Kampfansage an Asphaltwüsten in Tulln. Stadtgemeinde möchte mehr Mitsprache bei der Parkplatzgestaltung.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 25. Juli 2019 (03:07)
NLK Burchart
Bürgermeister Peter Eisenschenk ist im Gespräch mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, damit die Gemeinde als Baubehörde in Zukunft Auflagen erteilen darf.

Die Gartenstadt Tulln ist mit dem Land NÖ im Gespräch, dass Gemeinden mittels Änderung der NÖ Bebauungsbestimmungen eine versickerungsoffene Gestaltung, einen Prozentsatz an Grünfläche sowie Baumpflanzungen vorschreiben können.

Beispiel: die neue Eurospar-Filiale inklusive großem Parkplatz, wo acht Bäume gesetzt und ein Grünstreifen mit Staudenpflanzen angesät wurde. Diese Pflanzungen wurden von Spar auf Ersuchen der Stadtgemeinde durchgeführt und finanziert, wofür sich Bürgermeister Peter Eisenschenk dankbar zeigte.

Stadt will Auflagen vorschreiben dürfen

„In Zukunft möchte ich jedoch bei solchen Projekten nicht mehr Bittsteller sein,“ sagt er und setzt auf Gespräche mit dem Land NÖ, um eine Gesetzesänderung herbeizuführen. „Ziel ist, dass Gemeinden als Baubehörde Auflagen vorschreiben können, um versiegelte Asphaltwüsten zu verhindern.“

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf begrüßt die Bemühungen Eisenschenks: „Die Stadt Tulln setzt genauso wie das Land Niederösterreich auf Klimaschutz und den Schutz unserer Böden. Viel ist uns hier schon gelungen, wir haben zum Beispiel den Bodenverbrauch in den letzten Jahren durch strenge Gesetze, Siedlungsgrenzen und innovative Grünraumprojekte nahezu halbiert.“

Insbesondere für die Stadt Tulln, die sich als Gartenstadt österreichweit positioniert und unlängst ein Klima-Manifest mit dem Ziel der Klima-Neutralität beschlossen hat, wäre eine rechtliche Handhabe besonders wichtig. „Grünflächen und Stadtbäume, die durch die Beschattung und Befeuchtung der Umgebung eine wichtige Rolle für das städtische Mikroklima haben, sind für uns nicht Feigenblätter für eine Kampagne, sondern die Wurzeln für eine nachhaltige Entwicklung.

Rund um den Bau der Interspar-Filiale konnten in der Frauentorgasse sowie in der Müllergasse neue Radwege errichtet werden. Die Kosten für die Errichtung wurden ebenfalls von der Firma Spar übernommen.