31-Jähriger vor Gericht: Bewährung wegen Gewalt

31-Jähriger soll Freundin geschlagen und bedroht haben. Vor Gericht streitet er das ab: Bewährungsstrafe und Kontaktverbot.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 16:53
Gericht Prozess Urteil Symbolbild
Foto: shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy

Ein Nachbar wird aufmerksam, weil er Geschrei aus einer Wohnung hört. Die Frau in der Wohnung sagt, ihr Freund habe sie geschlagen und bedroht. Er sitzt jetzt vor Gericht und streitet alles ab.

Sein Neffe, seine Mutter und seine Schwester sagen, dass sie nie etwas von gewalttätigen Handlungen gegen die Freundin mitbekommen haben. Er sei ein ruhiger und kein aggressiver Mensch. Im Polizeiprotokoll steht etwas anderes. Eine Freundin sagt als Zeugin aus, sie hätte ein Telefonat mitbekommen, in dem der Mann ihrer Freundin gedroht habe, er würde der Katze etwas antun, falls sie nicht zu ihm zurückkomme.

Laut der Freundin des Angeklagten soll es in der Beziehung immer wieder zu Gewalt gekommen sein. Von einem Vorfall gibt es Fotos mit Verletzungen der Frau, darunter Bisswunden. Die Richterin beurteilt alle Zeugen als glaubwürdig. Allerdings sei es in gewalttätigen Beziehungen oft so, dass derjenige, der tätlich wird, nach außen hin ganz anders agiert. Es steht Aussage gegen Aussage.

Die Frau ist für die Richterin und die Staatsanwältin schlussendlich glaubwürdiger als der Angeklagte. Schuldig: Er bekommt neun Monate bedingte Haft. Außerdem eine Weisung für ein Anti-Gewalttraining und ein Kontaktverbot. Der Frau muss er 250 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Mann hat keine Vorstrafen, war aber auch nicht geständig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.