actual-berger setzt auf Kurzarbeit. Auch actual-berger setzt in Tulln auf Kurzarbeit. Produktion, Montage und Kundendienst laufen jetzt wieder an, wenn auch noch nicht in vollem Umfang.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 24. April 2020 (02:55)
Mit Beginn der Coronakrise wurden Produktion und Montage eingestellt. Mittlerweile laufen sie langsam wieder an.
actual-berger

Die NÖN beleuchtet jede Woche, wie lokale Unternehmer in Zeiten der Coronakrise bestehen, diesmal mit Monika Landsiedl vom Fenster- und Türenspezialisten actual-berger.

Geschäftsführerin Monika Landsiedl: „Hoher Druck, möglichst wenig Fehler zu machen.“
privat

„Mein Leben hat sich von einem Tag auf den anderen verändert“, gibt die Geschäftsführerin unumwunden zu. Ihr Arbeitsalltag besteht jetzt zu einem Großteil aus organisatorischen Tätigkeiten und täglichen Anpassungen an neue Situationen, Maßnahmen und Vorschriften. „Es entsteht ein hoher psychischer Druck, möglichst wenig Fehler in einer sehr ungewissen Zeit zu machen. Auch der private Alltag hat sich verändert und verlangt uns als Familie einiges ab“, sagt Landsiedl. Im Vergleich zur Coronakrise in anderen Ländern relativiere sich aber Vieles und: „Ich bin sehr dankbar in Tulln leben und arbeiten zu können.“

Mit Beginn der Krise fiel rasch der Entschluss, Produktion und Montagen einzustellen. „Für Notfälle hatten wir aber für unsere Kunden einen Service-Notdienst eingerichtet“, berichtet die Geschäftsführerin. Mittlerweile laufen Produktion, Montage und Kundendienst wieder langsam an, wenn auch noch nicht in vollem Umfang.

Einen kompletten Stillstand hätte selbst das prosperierende Unternehmen ohne staatliche Hilfen wie Kurzarbeit oder Stundungen kein halbes Jahr lang durchgehalten. „Wir haben keine akuten Liquiditätssorgen, aber da wir nicht abschätzen können, wie sich die Auftragslage entwickeln wird, sehen wir die nächsten Monate durchaus als existenzgefährdend“, sagt Landsiedl.

Im Familienunternehmen besteht eine starke Bindung zu den Mitarbeitern. Von den Unterstützungsmaßnahmen habe sich daher vor allem das Modell der Kurzarbeit bewährt, das auch von fast allen Beschäftigten mitgetragen wird. „Stundungsmöglichkeiten und Überbrückungskredite sind für momentane Engpässe sicher gute Maßnahmen, aber sie helfen Unternehmen auf lange Sicht nicht“, so Landsiedl.

Bei Prognosen bleibt sie vorsichtig: „Ich denke, es ist zu früh, um über Hoffnungen nach der Krise nachzudenken, da nicht abschätzbar ist, wann ,nach der Krise‘ sein wird.“