Alltags-Held aus Tulln: Mit Plasma gegen Virus. Gesucht werden Personen, die nach überstandener Corona-Infektion bereit sind, mit ihrer Blutspende anderen zu helfen.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:19)
shutterstock/Roman Zaiets
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Philipp K. hat Covid 19 am eigenen Leib verspürt. Infiziert am Arbeitsplatz, musste er zwei Wochen in seiner Wohnung in Quarantäne verbringen. „Zum Glück hat es mich nicht schlimm erwischt“, erzählt er. Der 32-jährige Tullner gilt – nach einer Reihe von Tests – als vollkommen genesen. Nun möchte er einen Beitrag dazu leisten, die Behandlungsverläufe bei Erkrankten zu verbessern.

Dies kann er im Rahmen einer sogenannten Rekonvaleszentenplasmaspende verwirklichen. Hinter dem nur schwer auszusprechenden Fachausdruck steckt die Bezeichnung für eine besondere Blutspende, die an Covid 19 Erkrankte nach Genesung leisten können, wie Gerrit Maschek vom Roten Kreuz Tulln der NÖN gegenüber erklärt. Diese Personen haben das Coronavirus besiegt, weil ihr Körper passende Antikörper gebildet hat. Die Antikörper befinden sich in ihrer Blutflüssigkeit, dem sogenannten Blutplasma. Für die Spende von Rekonvaleszentenplasma werden eigene Geräte – sogenannte Zellseparatoren – verwendet. Über die Armvene wird Blut entnommen. In der Zentrifuge wird das Blut in seine Bestandteile aufgeteilt. Das Plasma mit den darin enthaltenen Antikörpern wird gesammelt, die restlichen Blutbestandteile werden wieder zurück in den Körper geleitet.

Laut Blutspendezentrale haben bisher etwas mehr als 200 Genesene Plasma gespendet. Maschek: „Bei mobilen Aktionen kann nicht mit Zellseparatoren gearbeitet werden. Daher ist die Spende per Zellseparator nur an Blutspende-Fixstandorten wie etwa der Blutspendezentrale in 1040 Wien möglich.“

Wer mit dieser besonderen Spende helfen möchte, kann sich an die kostenlose Servicenummer des Österreichischen Roten Kreuz wenden. Es wird dringend empfohlen unter 0800 190 190 die Zulassungskriterien und die weitere Abwicklung abzuklären.