Anlein- und Maulkorbpflicht: Hund gegen Hündchen. Viele Hundebesitzer halten sich nicht an die Anlein- und Maulkorbpflicht. Lilly musste dies bereits büßen. Jetzt setzt die Polizei durch verstärkte Überwachung ein Zeichen.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 29. August 2018 (04:42)
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Immer wieder kommt es zu unliebsamen Begegnungen von frei laufenden Hunden mit Spaziergängern, Joggern und Radfahrern, das ist nicht neu. Es passiert aber auch, dass Hund auf Hund trifft. Was mitunter fatal endet, wenn Vierbeiner unterschiedlicher Statur aufeinander treffen, etwa ein Australian Cattle Dog und ein Chihuahua – so geschehen an der Tullner Donaulände. Der Vorfall, bei dem die kleine Lilly vom Cattle Dog angegriffen und dann regelrecht zerfleischt worden ist, ereignete sich bereits im Frühsommer.

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Ein Chihuahua ist wehrlos gegenüber einem Cattle Dog.

Verantwortungsbewusste Hundehalter beklagen seit Langem die Zunahme der Missachtung der Maulkorb- und Leinenpflicht. Laut NÖ Hundehaltegesetz sind „Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial und auffällige Hunde immer mit Leine und Maulkorb zu führen“. Als auffällig bezeichnet jedenfalls Christine R., Besitzerin von Chihuahua Lilly, den Cattle Dog. Er hätte schon einmal zugebissen.

Laut Polizei handelt es sich bei dem Fall um ein zivilrechtliches Problem, und Angela Fuchs vom Tierheim Klosterneuburg weiß: „Hund gegen Hund läuft unter Sachbeschädigung.“

„Jetzt sollte endlich etwas geschehen“

Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler, selbst Hundehalter, bestätigt die sinkende Moral, was Leine und Maulkorb betrifft. Besonders der Kinderspielplatz bei der Schiffsanlegestelle werde oft von frei laufenden Hunden besucht. „Ich habe das auch schon bei der Stadtgemeinde deponiert. Es muss endlich etwas geschehen“, so Hofer-Kasztler.

Die Stadtväter indes appellieren an die Eigenverantwortung der Hundehalter und verweisen auf die Infobroschüre „Mit Hund in Tulln“, die derzeit überarbeitet wird.

Reagiert hat jetzt die Polizei und kündigt eine Schwerpunktaktion für die kommenden Wochen an. „Wir werden an der Donaulände und in den Parks der Stadt Kontrollgänge durchführen, und es soll sich niemand wundern, wenn er plötzlich Strafe zahlen muss“, so Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl. Bei Missachtung der Leinenpflicht sind 30 Euro zu berappen, handelt es sich um einen sogenannten Listenhund, zahlt man 40 Euro Strafe.

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