Tulln

Erstellt am 13. Juni 2018, 04:59

von Doris Firmkranz

Gastronomie sorgt für Kritik am rechten Donauufer. „Platzhirsch“ Donaugarten machte zum Leidwesen der Bevölkerung heuer offensichtlich dicht. Schiff und „Hellas“ halten einsam an der Donaulände die Stellung.

Ein Gastgarten wie aus dem Bilderbuch, nur leider bleiben dieses Jahr die Türen fest verschlossen – nicht rentabel?  |  NOEN

Von „völlig unzureichend“ bis „skandalös“ reichen die Kommentare über das derzeit eher dürftige Gastronomieangebot am rechten Donauufer zwischen Rosenbrücke und alter Donaubrücke. Radfahrer, Besucher der Green Art, Tagesausflügler, Kreuzfahrtpassagiere, aber auch Spaziergänger aus der näheren Umgebung hatten noch bis vor Kurzem lange zu suchen, wenn sie Hunger oder Durst hatten.

Lange Suche bei Hunger und Durst

Zwar laden nett gestaltete Picknickplätze zur Mahlzeit im Grünen, wer jedoch sein Schnitzerl oder das eine oder andere erfrischende Getränk in einem schattigen Gastgarten serviert bekommen möchte, musste bei der Suche nach einer geeigneten Lokalität in die Stadt, ins Alpenvereinshaus oder in die Taverne am Campingplatz ausweichen. Denn auch der Nibelungenhof hat tagsüber geschlossen, und abends werden fast ausschließlich Hausgäste bewirtet.

Einzig Tullns „gastronomisches Sorgenkind“, die MS Stadt Wien, hat unter neuer Führung bereits seit März geöffnet. „Unsere Erwartungen haben sich mehr als erfüllt“, freut sich Pächter Bernd Aicher. Er möchte mit Hausmannskost punkten. „Derzeitiger Renner ist geröstete Leber, die ist immer am schnellsten weg“, erzählt der Gastronom, der vermehrt längst vergessene Gerichte aus der Regionalküche wieder auf den Tisch bringen will. Geplant sind zudem Schwerpunktwochen, Heurigen- und Unterhaltungsabende, eventuell ein Tanzcafe und eine Lounge außerhalb des Ausflugdampfers.

Griechische Spezialitäten

Einen Steinwurf weiter kann man seit Kurzem wie schon im Vorjahr griechisches Flair genießen. Wirt Nikolaos Raptotasios kredenzt auf dem Areal des Grundstückseigentümers und gastronomischen Vorgängers in der Fischergasse, Andreas Doppler, Spezialitäten aus einer Heimat. Sein Plan sieht eine Rundumerneuerung vor. Außerdem will er in der Innenstadt ein kleines Lokal für den Winterbetrieb anmieten.

Hat Großes vor: Grieche Nikolaos Raptotasius in seiner nach heimatlichem Vorbild gestalteten Taverne.  |  NOEN, Firmkranz

Das „Hellas“ hat damit seine Zelte nebenan vollkommen abgebrochen. „Mir hat‘s gereicht!“, wettert Raptotasios, der sich längere Zeit für den Donaugarten interessiert hat, aber immer wieder vertröstet worden war. Derzeit stehen Gäste vor verschlossenen (Garten-)Türen und fragen sich, warum dieses beliebte Platzerl mitten an der Donaulände heuer nicht in Betrieb ist. Erich Schindlecker, dessen Wiener „Orpheum“ bislang als Pächter in Erscheinung getreten ist, gegenüber der NÖN: „Diese Option besteht nicht mehr. Ein Saisonbetrieb geht sich wirtschaftlich einfach nicht aus.“

Die Bevölkerung vermisst diesen klassischen Gastgarten sehr und hofft, dass dieser bald aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.

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