Rainer Friedl zaubert Bilder „im Vorbeifahren“. Der Tullner Kunstfotograf Rainer Friedl zaubert Bewegung in statische Bildmotive und wurde dafür in Frankfurt von einer internationalen Jury ausgezeichnet.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 19. Mai 2019 (03:25)
Firmkranz
Rainer Friedl beim Sortieren seiner einzigartigen Aufnahmen, die alle aus einem fahrenden Auto gemacht wurden.

Der Europäische Architketurfotografie-Preis architekturbild ist ein weltweit einzigartiger und international beachteter Preis, der seit 1995 alle zwei Jahre ausgelobt wird. Dieses Jahr reihte sich der Tullner Journalist, Werber und Fotograf Rainer Friedl unter die ausgezeichneten Künstler.

„Das Thema lautete Joyful Architecture und sollte aufzeigen, dass Architektur auch Freude bereiten, Spaß machen oder Wohlbefinden auslösen kann“, erzählt Friedl.

Seine Idee, Landschaften, Städteansichten, aber auch ganz gewöhnliche Alltagsgegenstände völlig neu zu interpretieren, stieß in der Jury auf große Bewunderung. „Perfekt ausbalanciert“ meinte etwa der Frankfurter Jury angehörende Rüdiger Flöge.

Eingereicht hat Rainer Friedl eine Serie von Fotos, auf denen Lärmschutzwände zu sehen sind. Und zwar so, wie sie normalerweise kein menschliches Auge wahrnehmen kann: lebendig, farbenfroh und voll Dynamik.

Dahinter steckt weder ein digitales Bildbearbeitungsprogramm noch eine Spezialkamera. Friedl verlängert lediglich die Belichtungszeit und schießt seine Fotos aus einem fahrenden Auto. Was dabei entsteht, ist eine einmalige Momentaufnahme, der Übergang vom stehenden Bild zur Bewegung. „Man weiß nie, wie das Bild im Endeffekt dann tatsächlich ausschaut, es ist unwiederholbar - und das macht die Sache so spannend“, so der Künstler.