Sprayer vor Gericht. Denkmalgeschützte Gebäude zierten Teenies mit Graffitis. 15-Jähriger wurde zu gemeinnütziger Leistung verdonnert.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 10. April 2019 (17:39)
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Jugendliche trieben in Tulln im Herbst 2018 ihr Unwesen. Denkmalgeschützte Einrichtungen wie die Stadtmauer und den Stadtturm aus dem 13. Jahrhundert zierten sie genauso wie die Stadtpfarrkirche St. Stephan und das Karner-Beinhaus mit Graffitis. Fassaden von Wohnhäusern, Telefonzellen, Bushaltestellen, die Verglasung der Kunsteisbahn und ein Schild am Spielplatz an der Donaulände wurden ebenso besprüht mit den Schriftzeichen „ACAB“, „187“ „Wixxer“ und „Sebi“. Wegen der Vergehen der schwereren Sachbeschädigung müssen sich nun zwei Teenager vorm Jugendrichter verantworten.

Zum Prozess am Landesgericht in St. Pölten erscheint nur einer der Burschen. „Blöd, dass wir das gemacht haben“, bereut der 15-Jährige zutiefst. Von „falschen“ Freunden habe er sich mittlerweile distanziert.

Mitangeklagten sollen Polizisten vorführen

Dass er mit anderen Jugendlichen des nächtens unterwegs war und zur Sprühdose griff, wussten seine Eltern freilich nicht. „Ich habe ihnen erzählt, dass ich bei einem Freund übernachte“, sagt er.

Wenige Wochen nach dieser Aktion zerstörte er aus lauter Zorn gemeinsam mit einem Freund die Glasscheibe eines Wartehäuschens einer Bushaltestelle. „Weil wir beim Zigarettenrauchen erwischt und angezeigt wurden“, erklärt er.

Den angerichteten Schaden haben die Eltern teils bereits bezahlt. „Und das werden Sie, sobald Sie verdienen, Ihren Eltern zurückzahlen“, so der Richter zu dem Vandalen.

Weil der Tennie bislang unbescholten ist und keine polizeilichen Vormerkungen zu Buche stehen hat, setzt es für ihn auch keine Strafe. Er kommt mit Diversion davon. 80 Stunden gemeinnützige Leistung muss er erbringen. „Vielleicht bei der Stadt Tulln“, so der Richter. Der Mitangeklagte soll zu seinem nächsten Prozess von Polizisten vorgeführt werden.