Teenie-Räuber zückte ein Klappmesser. 15-Jähriger fasste vor Gericht wegen schweren Raubes bedingte Strafe aus. Nächstes Verfahren steht dem Teenager ins Haus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 23. Oktober 2019 (03:17)
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Symbolbild

„Er hat ein Messer gezückt, damit herumgefuchtelt und mich aufgefordert über die Klinge zu streichen. Dann ist er mir mit der Klinge über den Arm gefahren. Ich war in Schock versetzt“, erzählt ein Jugendlicher vor Gericht. Beim Stadtturm in Tulln raubte ihm ein 15-Jähriger heuer im Sommer eine Uhr und bedrohte ihn dabei mit einem Klappmesser. Wegen schweren Raubes muss sich der Teenager aus dem Bezirk in einem Prozess am Landesgericht in St. Pölten verantworten. Vor dem Jugendrichter ist der 15-Jährige geständig.

„Ich wollte ihm einfach nur etwas wegnehmen“, erzählt der Bursche im Prozess. Auch Einbrüche gehen auf sein Konto. In das Restaurantschiff MS Stadt Wien stieg er ein, in die Karnerstube und in das Lokal Hellas in Tulln. Und zwei Burschen bedrohte der 15-Jährige mit dem Schlagen.

Mit auf der Anklagebank sitzt ein gleichaltriger Freund des 15-Jährigen, weil er es „unterlassen hat, eine Straftat, den Raub, zu verhindern“, so der Richter. Er kommt mit Diversion davon. 80 Stunden gemeinnützige Leistung muss er erbringen.

Der 15-Jährige wird wegen des Verbrechens des Raubes, gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls und gefährlicher Drohung zu 18 Monaten bedingt verurteilt (nicht rechtskräftig). Ein Anti-Gewalt-Training muss er absolvieren. Das nächste Verfahren steht dem Burschen demnächst ins Haus, weil er bei einer Bushaltestelle einem Jugendlichen eine Geldbörse geraubt haben soll.