Gemeinsam gegen Gewalt. Exekutive lud Behörden und Institutionen zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Thema: Gewalt im Privatbereich.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 20. November 2019 (04:00)
Initiatorin der regelmäßig stattfindenden Vernetzungstreffen Sonja Fiegl und Hausherr Bezirkshauptmann Andreas Riemer konnten zahlreiche Teilnehmer begrüßen.
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Zum wiederholten Mal bat Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl Kollegen aus dem Bezirk sowie Vertreter verschiedenster Behörden und Institutionen in die Bezirkshauptmannschaft an den runden Tisch. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, Wünsche und Anregungen zu äußern und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Das Thema der Zusammenkunft – häusliche Gewalt – ist der Polizeichefin seit jeher ein ganz großes Anliegen. „In den letzten Jahren ist die Zahl der ausgesprochenen Betretungsverbote enorm gestiegen, der Personalstand jedoch nahezu gleich geblieben.“ Dadurch, und nicht zuletzt durch die Komplexität der einzelnen Fälle, sei der Druck auf die Polizeibeamten enorm.

„Man sollte schon möglichst früh ansetzen und das Selbstbewusstsein stärken.“ Eine Pädagogin über Möglichkeiten, Jugendkriminalität einzudämmen.

Zum Thema Bekämpfung der Jugendkriminalität zeigten sich viele frustriert, da man wenig Handhabe gegenüber minderjährigen Gewalttätern besitze.

„Meistens sind es ein oder zwei Rädelsführer, die die anderen mitreißen“, weiß ein erfahrener Polizist.

„Hier sollte man schon möglichst früh ansetzen, das Selbstbewusstsein stärken, sodass man sich dann traut zu sagen ,Ich muss ja nicht bei jedem Blödsinn mitmachen,‘“ rät eine Pädagogin. Doch Gewalt wird nicht nur körperlich, sondern zunehmend auch psychisch ausgeübt.

Michaela Schnell von der Staatsanwaltschaft St. Pölten etwa berichtete über einen besorgniserregendes Anstieg von Stalking.

Gleichzeitig bedauerte die Juristin die verschärften Datenschutzbedingungen: „Sie behindern uns bei der Arbeit“ und erntete dafür reichlich zustimmendes Kopfnicken.

Als zusätzliche Herausforderungen wurden eventuelle Sprachbarrieren, ausgelastete Betreuungseinrichtungen, die Zunahme geistig abnormer, beziehungsweise psychisch gestörter Rechtsbrecher und die detaillierte Dokumentation von Gewalttaten genannt. Gelobt wurde allgemein die an sich sehr gute Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen mit der Polizei im gesamten Bezirk.