Tulln plant keine „Pool-Steuer“. Tulln will dem Vorbild einer oberösterreichischen Gemeinde nicht folgen. Trinkwasserversorgung ist trotz Pool-Füllungen in den ersten heißen Tagen gesichert.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 25. April 2019 (04:30)
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Symbolbild

Schön war das Osterwochenende, fast schon heiß. Den einen oder anderen hat es bestimmt schon gereizt, ins Bad zu gehen oder zumindest seine Zehen ins kalte Wasser zu tauchen. Manch einer ist sogar in der glücklichen Lage und hat seinen eigenen Pool im Garten. Und der eine oder andere hat wohl auch schon Wasser eingelassen. Machen das zu viele Poolbesitzer gleichzeitig, dann kann das zu Wasserknappheit führen. In der obersösterreichischen Gemeinde Eberschwang beschloss der Gemeinderat daher eine „Poolsteuer“ einzuführen, zuzüglich zu den Wassergebühren.

Poolbesitzer werden demnach, je nach Größe ihres Bassins, um bis zu 100 Euro zusätzlich gebeten. Das Geld wird dann für Ausbau und Wartung der bestehenden Wasserleitungen verwendet. Die NÖN fragte bei der Stadtgemeinde nach, ob ein ähnliches Modell auch für Tulln in Frage komme.

„Nein, definitiv nicht“, heißt es aus dem Rathaus. In den letzten Jahren und Jahrzehnten arbeitet die Stadt in der Trinkwasserversorgung vor und kann daher Versorgungssicherheit bieten. So ist seit 2017 ein neuer fünf Millionen Liter fassender Tiefbehälter beim Wasserwerk 1 in der Staasdorfer Straße in Betrieb. Gemeinsam mit den drei weiteren Behältern sind nun jederzeit insgesamt 7,5 Millionen Liter Trinkwasser verfügbar.

Tulln verfügt über genug Trinkwasser

„Somit ist stets mehr Trinkwasser vorrätig, als der maximale Tagesbedarf des gesamten Stadtgemeindegebietes“, heißt es seitens der Stadtgemeinde auf NÖN-Anfrage. Besonders extrem sei der Verbrauch an den ersten warmen Wochenenden in April/Mai, genau dann, wenn die Pool-Füllungen getätigt werden. „Das sind etwa 20 Prozent mehr als normal“, erklärt eine Sprecherin der Stadtgemeinde.

An Spitzentagen, wie Hitzeperioden im Sommer, werden sechs bis sieben Millionen Liter, das entspricht 6.000 bis 7.000 m³, Trinkwasser über Wasserhähne, WC-Spülungen und Haushaltsgeräte entnommen. „Höchster Tagesverbrauch betrug seit den Aufzeichnungen rund 7.500 m³“, erklärt die Sprecherin der Stadtgemeinde. Insgesamt werden im Jahr etwa 1,5 Millionen m³ gefördert.

Umfrage beendet

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