Wodka unterschätzt. ABSDORF / Drei Polen betranken sich bis zur Besinnungslosigkeit. Einer ringt im Kremser Krankenhaus mit dem Tod.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 09. Januar 2014 (23:59)
NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Von Doris Firmkranz

Es sollte ein lustiger Abend werden. Drei junge polnische Staatsbürger hatten zu Jahresbeginn zum wiederholten Male bei einem örtlich ansässigen landwirtschaftlichen Betrieb ihren Dienst als Erntehelfer (es ist Hochsaison für Wintergemüse) angetreten. Mit im Gepäck: Jede Menge Wodka aus der Heimat.

Am 4. Jänner nach dem Abendessen bei ihrem Arbeitgeber traten sie den Rückzug in die nebenan gelegene gemeinsame Unterkunft an, denn das freudige Wiedersehen sollte ausgiebig gefeiert werden. Dort tranken sie dann den mitgebrachten Wodka bis zum Umfallen. Schließlich wurden zwei der Betrunkenen durch das Röcheln des auf dem Rücken am Boden liegenden dritten im Bunde geweckt – Erbrochenes steckte in seiner Luftröhre und er drohte zu ersticken.

In der Folge wurden die Hilfskräfte alarmiert. Die Aktion erregte in der sonst so ruhigen und beschaulichen Gemeinde einiges Aufsehen.

26-Jähriger nach wie vor in Lebensgefahr 

Zwei Notarztwägen mit jeweils einem Notarzt aus Krems und Tulln sowie die diensthabende Gemeindeärztin aus Königsbrunn, Christa Oberhofer, rückten noch vor Mitternacht aus und begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen, ehe der Bewusstlose in äußert kritischem Zustand ins Krankenhaus Krems transportiert werden konnte. Dort schwebt der 26-Jährige jedoch nach wie vor in Lebensgefahr.

Der Polizei gegenüber gaben die zwei Polen an, die Wirkung des alkoholischen Getränkes unterschätzt zu haben. Sie haben sich nach einer Nacht im Tullner Spital bald erholt und sind bereits wieder im Arbeitseinsatz.

Ihr Freund indes wird, sollte er die Wodka-Orgie überleben, mit großer Wahrscheinlichkeit mit bleibenden Hirnschäden rechnen müssen – zu lange war sein Gehirn ohne Sauerstoff.