Mit Super-Hydrogel aus Tulln gegen die Dürre. Ein von einem Tullner Forscherteam entwickelter Biokunststoff könnte die Landwirtschaft weltweit revolutionieren.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:18)
Gibson Nyanhongo, Wissenschaftler an der BOKU TUlln.
privat

„Selbst Sandböden könnten damit bewirtschaftet werden“, so die BOKU in einer Presseaussendung über ein von Tullner Forschern entwickeltes neuartiges Hydrogel.

Vermischt mit Böden kann es bis zu 95 Prozent des eingehenden Wassers aufnehmen und so bis zu 40 Prozent an Bewässerung einsparen. Laut BOKU hat das Hydrogel das Potenzial, weltweit die Landwirtschaft zu verändern.

„Ich hoffe, unser Produkt erreicht diejenigen, die es brauchen, in kürzester Zeit.“Forscher Gibson Nyanhongo

Global sind drei Viertel der Landwirte völlig von Regenfällen abhängig. Durch die globale Erwärmung ist jedoch deren Lebensgrundlage durch unregelmäßige Niederschlagsmuster, Dürreperioden, Wüstenbildung und Verlust von Ackerland in großer Gefahr.

Entwickelt wurde der auf Holz basierende Biokunststoff, der nicht nur der Bewässerung von Pflanzen in der Landwirtschaft dient, sondern gleichzeitig auch düngen und die Bodenqualität verbessern kann, von einem Tullner Forscherteam rund um Gibson Nyanhongo. Er freut sich „Teil der Wissenschaftler zu sein, die Lösungen entwickeln, um die Welternährungssicherheit zu gewährleisten.“

Der in Zimbabwe geborene und 2002 nach Österreich gekommene Biotechniker hat unter anderem in seiner Heimat und an der Technischen Universität in Graz studiert. Seit 2013 ist er in Tulln.

Nyanhongo und sein Team suchen nun nach interessierten Unternehmen für die Vermarktung des bereits patentierten Biohydrogels in trockener Form als Granulat oder Pulver.

„Ich hoffe, unser Produkt erreicht diejenigen, die es brauchen, in kürzester Zeit“, so der Forscher abschließend.