Rotes Kreuz: Heuer kein Volksfest und anderer Alltag. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Wegen der Corona-Krise muss das Volksfest des Roten Kreuzes leider abgesagt werden - zum zweiten Mal in der Geschichte des 1967 erstmals abgehaltenen Fests. Und für beide Absagen waren jeweils Seuchen bzw. Krankheiten verantwortlich.

Von Red. Waidhofen. Erstellt am 05. April 2020 (19:46)
Das Rotkreuz-Volksfest in Waidhofen muss heuer leider abgesagt werden. Auch im täglichen Dienst sind die Mitarbeiter des Roten Kreuzes mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.
Rotes Kreuz Waidhofen

1973 war es die Maul- und Klauenseuche, eine ansteckende Viruserkrankung bei Rindern und Schweinen, welche die Abhaltung des Fests verhinderte. Seuchenteppiche waren zwar bei allen Eingängen angebracht, Amtstierarzt Johann Wittmann sagte dennoch die die Veranstaltung ab. Nun ist wieder der Kampf gegen Virus der Grund für die Absage - das Coronavirus.

Für das Rote Kreuz ist das ein großer, aber zum Schutz der Menschen notwendiger Wehrmutstropfen. Das Volksfest wäre im Juni vorgesehen gewesen. „Schweren Herzens müssen wir aber auch frühzeitig die Konsequenzen ziehen, da der Kartenverkauf üblicherweise zwei Monate vor dem Fest beginnt und das wäre bereits Ende April“, berichtet Bezirksstellenleiter Günter Stöger.

Absage bedeutet großen finanziellen Verlust

 Das ist ein großer Verlust: „Der finanzielle Ausfall des Volksfestes wird uns im Rechnungsabschluss 2020 stark belasten. Wir müssen auf die Rücklagen der letzten Jahre zurückgreifen“ erklärt der Bezirksstellenleiter. Er bittet die Bevölkerung daher um weitere finanzielle Unterstützung.
Geplant ist für den Sommer, die  Mitgliederfamilie zu vergrößern. Eigens geschulte und uniformierte Mitarbeiter besuchen Haushalte im Einzugsbereich der Bezirksstelle und ersuchen um eine unterstützende Mitgliedschaft.

Mitarbeiter im Dienst extrem stark gefordert

Eine Herausforderung ist derzeit aber auch der tägliche Dienst. „Unsere Rotkreuz-Mitarbeiter sind derzeit über ihre Grenzen hinaus im Einsatz“, denkt Stöger dabei vorwiegend an Einsätze, die mit dem Coronavirus zu tun haben. Fahrzeuge müssen jedes Mal gründlich gereinigt werden, Mitarbeiter duschen und waschen ihre Kleidung. „Zu den körperlichen Anstrengungen kommen derzeit auch noch die psychische Belastung von Infektionstransporten und Covid-Testungen. Das jetzt eingesetzte Personal ist vielfach auch beim Volksfest tätig, was die Situation erschwert“, laufen die Vorbereitung für das Event das ganze Jahr über.

Getrennte Teams, knappe Schutzausrüstung

Die Rotkreuz-Dienststelle ist gerade in mehreren Teams organisiert, die sich hauptsächlich in ihren eigenen Räumen aufhalten. „Das ist uns besonders wichtig, dass nicht die Gruppen beieinander sind“, erzählt Geschäftsführer Bernhard Schierer. „Das Haus ist ruhiger geworden.“

Die Sanitäter achten jetzt noch mehr als sonst auf die Hygiene und legen die Schutzausrüstung an. Ist genug vorhanden? „Es geht“, sagt Schierer. „Es wird wie überall knapp, aber wir können noch alle Mitarbeiter versorgen.“ Das Team sei grundsätzlich gut aufgestellt, aber „dass der Zivildienst verlängert wurde, war schon eine sehr gute Initiative.“ Dazu kommen noch zwei außerordentliche Zivildiener, die ins Rotkreuz-Haus zurückgekehrt sind.