Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 04. Mai 2017, 02:40

von Hannes Ramharter

Biogas-Anlagen droht Aus. Betrieb wäre aufgrund der niedrigen Strompreise ohne Förderung unrentabel.

Reinhard Datler sowie Elisabeth und Norbert Hummel vor der Biogasanlage in Waldhers.  |  Hannes Ramharter

Die Betreiber von Biogas-Anlagen schlagen Alarm: Wenn die Stromlieferverträge für effiziente Anlagen, bei denen auch die Wärme genutzt wird, nicht für sieben Jahre verlängert werden, droht das Aus. Damit verbunden wäre, dass mehr Strom importiert werden müsste, also auch, dass man statt Biostrom Atomstrom zum Beispiel aus Temelin oder Dukovany bekommt.

Norbert Hummel aus Waldhers ist einer der Betreiber einer Biogasanlage. Sechs gibt es im ganzen Bezirk Waidhofen, eine davon wurde bereits stillgelegt. Die Familie Hummel beheizt neben der Netzeinspeisung noch die Stallungen, Wohnungen und eine Trocknungsanlage im Sommer.

Die Familie Weißkircher in Ludweis hat ein kleines Fernwärmenetz dabei und versorgt einige Häuser im Ort. Reinhard Datler in Pleßberg versorgt das Dorfzentrum und einige Privathäuser mit Wärme.

Die Biogasanlage in Waidhofen ist überhaupt ein Idealfall, weil sie mit dem daneben befindlichen Fernheizwerk kooperiert.

Andreas Deimel in Göpfritzschlag betreibt mit der Wärme eine Trocknung und beheizt einige Häuser.

Derzeit muss Strom importiert werden

Die Förderverträge zwischen Biogasanlagen-Betreibern und der ÖMAG (staatlich beauftragte Stelle für Ökostrom-Abwicklung) wurden ursprünglich für 13 Jahre abgeschlossen. Zum Zeitpunkt des Abschlusses lag der Strompreis bei 8 bis 9 Cent je kW/h, die Ökostrom-Anbieter bekamen 16 Cent. Es gab zu diesem Zeitpunkt jedoch Prognosen, dass der Strompreis steigt, daher sollte das irgendwann ohne Förderung funktionieren. Aktuell liegt der Strompreis jedoch bei rund 3 Cent.

Derzeit profitiert aber auch der Konsument durch dieses System. Es bringt einem durchschnittlichen Haushalt eine Ersparnis von 200 Euro pro Jahr, der Ökostrom-Zuschlag beträgt nur zwischen 100 und 120 Euro. Norbert Hummel erklärt, dass es auch „keine fossilen Kraftwerke gibt, die zu diesen Bedingungen Strom erzeugen können“. In Österreich werden bereits jetzt 13 Prozent des Stroms importiert. „Zu dem Zeitpunkt, wann wir Strom importieren müssen, ist das meist Atomstrom“, stellt er klar.

Wenn man nur die effizienten Biogas-Anlagen verlängern würde, entstünden Kosten von 1,50 Euro pro Monat. Derzeit gibt es im Parlament eine Vorlage mit einem Fördervolumen von 5 Millionen Euro im Jahr. 10 Millionen wären aber notwendig, damit die effizienten Anlagen am Netz bleiben könnten. Diese erhalten jedoch auch die Wertschöpfung in der Region, denn die Biogasanalgen-Betreiber beauftragen zu 95 Prozent Betriebe aus der Region.

Nun wurden seitens der ARGE Kompost und Biogas auch die Bürgermeister eingebunden, diese Forderung zu unterstützen. Alle, die bisher angesprochen wurden, haben die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft auch bereits unterstützt.