Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 16. Januar 2019, 04:56

von Karin Widhalm

130 Jahre: SPÖ will alte Stärke zurück. Kürzlich feierte die Sozialdemokratie ihr Jubiläum. Die Partei hat schon bessere Zeiten erlebt. Wie sieht die Basis die Zukunft?

Links: Maurice Androsch: „Die Wähler merken, dass die Regierung kein Vertreter des kleinen Mannes ist.“; Rechts: Harald Hofbauer ist überzeugt, dass der Wähler die SPÖ als Regierungspartei sehen will.  |  NÖN-Archiv

Ob Bürgermeister, Bezirksvorsitzender, Regionalgeschäftsführer oder Nationalratsabgeordneter: Die SPÖ im Bezirk ist sich sicher, dass sie in der Zukunft wichtiger denn je sein wird. Warum?

„Ich sehe das soziale Miteinander nicht mehr gegeben“, sagt Harald Hofbauer, Bürgermeister in Dietmanns. Nationalratsabgeordneter Maurice Androsch bemerkt zugunsten der Großkonzerne und zulasten der Arbeitenehmer „ganz massive Einschneidungen, was den Sozialstaat betrifft“.

„Errungenschaften nicht aufs Spiel setzen“

Das müsse auf jeden Fall verhindert werden, betont Bezirksvorsitzender Roman Zibusch. „Die Errungenschaften, die im Sozialstaat mühselig erkämpft wurden, dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.“ Die SPÖ könne hierbei eine große Rolle spielen, auch mithilfe der Gewerkschaften. „Wenn die Industrie die 60-Stunden-Woche haben will, dann muss man sie so ansetzen, dass das arbeitende Volk nicht ausgebeutet wird“, führt der Vizebürgermeister in Groß-Siegharts ein Beispiel an.

„Ohne unsere Konkurrenz in der Opposition schläft das Gewissen von ÖVP und FPÖ ein“, verdeutlicht Josef Kromsian, Regionalgeschäftsführer im Waldviertel. Gerade in dieser Region seien die Menschen ganz besonders von der Politik der beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ betroffen. Kromsian denkt dabei auch an die Einstellung der „Aktion 20.000“, die über 50-Jährigen den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen sollte.

Quelle: wahldatenbank.at/Wikipedia.org; Fotos: SPÖ; NÖN-Grafik: Bischof

Zibusch führt als weiteres Sachthema die Kinderbetreuung an. Die Möglichkeit müsse für Frauen geschaffen werden, problemlos Familie mit Beruf verbinden zu können. „Damit sie nicht hinter dem Küchenherd verbannt werden, wie es früher war.“ Ihm wäre eine Regelung für Mietpreise recht, an die sich Genossenschaften halten müssen. Androsch nennt außerdem Bildungschancen für alle.

Die Erwartung an die politische Organisation ist für Hofbauer eindeutig: „Dass die SPÖ wieder eine Regierungspartei ist, ganz klar.“ Zuversicht ist zu hören: „Die Wähler merken bereits, dass die Regierung kein Vertreter des kleinen Mannes ist“, unterstreicht Androsch. „Wir haben viele Rückmeldungen von ÖVP- und FPÖ-Wählern, die ihre Wahl mittlerweile bereut haben“, bestätigt Kromsian. Das gebe Kraft, den Weg fortzusetzen.

Die Grundstruktur in der Partei sei dafür tadellos, so Hofbauer, wobei: „Eine stetige Anpassung tut jeder Partei gut.“ Diese sei gerade in Gange, ergänzt Androsch: „Ich glaube, dass wir noch nicht am Ziel sind.“ Kromsian ist überzeugt: „Wenn wir uns innerhalb der Partei einig sind, werden wir wieder unsere alte Stärke erlangen.“

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