E-Autos: Nachfrage nimmt ab. Seit Jänner wurden im Bezirk Waidhofen 187 E-Autos neu angemeldet. Fahrspaß kostet viel.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:45)
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Der Waidhofner Redaktionsleiter Michael Schwab mit seinem Tesla Model 3 in Tirol. – Langstrecke ist kein Problen.

Mit 187 neuangemeldeten E-Autos im ersten Halbjahr 2019 ist der Bezirk Waidhofen laut VCÖ-Analyse Spitzenreiter in Niederösterreich. Im gesamten Vorjahr gab es 214 Neuanmeldungen.

Für Andreas Dangl, der seit fünf Jahren die Nischenfirma „FutureDriving“ in Schwarzenberg bei Pfaffenschlag betreibt und E-Autos vermietet, sieht diese Auszeichnung als „Zufälligkeit der Statistik“. Nachdem 60 Prozent der hier verzeichneten E-Autos von seiner Firma sind und 35 Prozent der Pfaffenschläger WEB-Windenergie AG mit einer E-Auto-Flotte von 18 E-Autos zuzuschreiben sind, würden nur wenige E-Autos auf private Besitzer fallen. „Waidhofen zählt somit zu den schlechtesten Bezirken“, meint Dangl.

Grund dafür sieht Dangl in der mangelnden Information: „Kritik gibt es immer dann, wenn man nicht weiß, was Sache ist.“ Mit der Vermietung und vor allem der Beratung will Dangl Abhilfe schaffen: „Bei uns können Firmen und Private Autos testen und dadurch sehen, wie es mit E-Autos im Alltag funktioniert.“ Diese Firmenphilosophie läuft gut, könnte aber, so Dangl, noch viel besser sein, wenn es mehr E-Autos geben würde. „Wir haben in unserer Flotte derzeit 60 E-Autos, es könnten aber in ganz Österreich bis zu 1000 sein, aber wir kriegen diese Fahrzeuge einfach nicht“, erklärt Dangl. Warum? „Weil sich die Autoindustrie erst umstellen muss. Es kommen neue E-Auto-Modelle auf den Markt. Diese werden auch billiger, wenn sie in wirklich großen Stückzahlen produziert werden“, schaut Dangl positiv in die Zukunft.

„Du gleitest dahin. Durch die Anzeige der Reichweite kann man sich das Laden gut einteilen.“ Otmar Schlager, Geschäftsführer der Energieagentur WAV

Einer, der bereits auf ein E-Auto umgestiegen ist, ist der Waidhofner NÖN-Redeaktionsleiter Michael Schwab. Seit nicht einmal zwei Monaten ist er Besitzer eines Teslas. Die Leidenschaft für dieses Fahrzeug hat ihn voll erwischt: „Fahrspaß hat man auf allen Längen, und das dazu noch umweltfreundlich“, meint Schwab, der schon über 4.000 Kilometer elektrisch gefahren ist. „Da ich ein Auto gebraucht habe, viel unterwegs bin und die Durchrechnung ergeben hat, dass ein E-Auto nicht viel teurer kommt, habe ich mich für ein E-Auto entschieden“, betont Schwab.

In diese Kerbe schlägt auch Otmar Schlager, der Geschäftsführer der Energieagentur Waldviertel, zu der auch das E-Carsharing Thayaland gehört. „Ich habe ein E-Auto der Energieagentur übernommen, das ist Gehaltsbestandteil. Mit diesem alten Auto bin ich von Wien bis Freistadt unterwegs. Das ist ein geniales Feeling.“ 110.000 Kilometer wurden mit dem Fahrzeug bereits heruntergespult. „Du gleitest dahin. Durch die Anzeige der Reichweite kann man sich das Laden gut einteilen“, erklärt Schlager, der nur einmal 300 Meter vor einer Ladestation zum Stehen kam. „Es war meine Schuld, ich habe das als Austesten der Batterie gesehen.“ Negative Argumente, wie die Entsorgung der Batterien, kann Schlager entkräften: „ Man kann die Batterien noch jahrzehntelang im Gebäude für Photovoltaik-Anlagen verwenden. Dafür gibt es Konzepte.“ Seine positiven Erfahrungen mit E-Autos haben dazu geführt, dass in seinem Umfeld schon viele Menschen auf E-Autos umgestiegen sind. „Die Zukunft der Mobilität ist elek trisch. Wasserstoff wird bei großen Fahrzeugen und Zügen ein Thema“, meint Schlager.

Davon kann Rudolf Pokorny vom Raiffeisenlagerhaus Waidhofen nur wenig bemerken: „Das Interesse an E-Autos ist heuer stark rückläufig. Vielen sind die E-Autos einfach zu teuer.“ Dass der Preis der E-Autos viele vom Kauf abschreckt, kann auch Autohaus-Besitzer Bernhard Hofstetter aus Waidhofen bestätigten: „Dabei ist natürlich die Reichweite ein Thema. Je weiter man fahren kann, desto teurer ist das Auto.“ Nur Preissenkungen würden helfen.

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