Feuerwehrrückblick: Weniger Einsätze im Jahr 2020. Bezirk Waidhofen/Thaya: Im vergangen Jahr machte sich vor allem ein Rückgang an Verkehrsunfällen bemerkbar. Einen Anstieg gab es dagegen bei Brandeinsätzen. Die Feuerwehr zieht Bilanz.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:02)

Das Jahr 2020 hinterließ auch im Feuerwehrwesen unverkennbare Spuren. Kaum Übungen, keine Veranstaltungen und dennoch musste der Einsatzbetrieb aufrecht erhalten werden. Die Auswirkungen der Lockdowns lassen sich gut in den Einsatzahlen ablesen: Im Bezirk Waidhofen gab es 2020 fast ein Viertel weniger Einsätze als 2019.

Weniger Unfälle dank Ausgangsbeschränkung. Diese Entwicklung lässt sich auf einen deutlichen Rückgang an Verkehrsunfällen zurückführen. Vor allem im März und April machten sich die Ausgangsbeschränkungen in der Statistik bemerkbar. Die Zahl der Verkehrsunfälle und Fahrzeugbergungen ging in den beiden Monaten um rund 60 Prozent zurück. Über das gesamte Jahr ergibt sich ein Rückgang von 20 Prozent.

Dennoch kam es im Bezirk zu einigen teils schweren Unfällen. Am 31. Jänner ereignete sich auf der B36 bei Vitis ein Unfall, bei dem drei Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Nach einem Frontalzusammenstoß bei Radl (Gemeinde Ludweis-Aigen) am 24. September mussten die Einsatzkräfte einen Lenker mit hydraulischen Rettungsgeräten befreien. Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignetet sich am 1. November auf der B2 zwischen Großrupprechts und Vitis. Der Lenker eines PKW kollidierte nach einem Überholmanöver mit einem mit 15 Personen besetzten Kleinbus. Der PKW-Lenker musste mit hydraulischen Rettungsgeräten befreit werden. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Schweres Gerät war bei mehreren LKW-Bergungen notwendig. Auf der B36 Höhe Götzweis stürzte am 21. April nach einem Reifenplatzer ein LKW samt Anhänger in den Straßengraben. Mit mehreren Seilwinden konnte der LKW wieder aufgestellt werden. Am 21. Mai rutschte ein mit rund 23 Tonnen Grobspanplatten beladener Sattelanhänger bei Heinreichs (Gemeinde Vitis) in den Straßengraben. Die lokalen Einsatzmittel reichten hier nicht mehr aus. Das Kranfahrzeug der FF Krems musste anrücken.

Im Mai rutschte ein mit 23 Tonnen Grobspanplatten beladener Sattelanhänger bei Heinreichs in den Straßengraben. Das Kranfahrzeug der Kremser Feuerwehr musste ausrücken.
BFK Waidhofen

Es stürmte und krachte im Bezirk. Neben der Pandemie fegten 2020 auch mehrere Unwetter über den Bezirk und forderten die Einsatzkräfte. 112-mal musste die Feuerwehr nach einem Sturm-, Hochwasser-, Hagel- oder Starkregenereignis ausrücken, ein Plus von 19 Prozent. Vor allem im Februar fegten mehrere Sturmfronten über das Land und sorgten für Schäden und Einsätze in fast allen Gemeinden. In den Monaten Mai und Juni standen mehr als 560 Feuerwehrmitglieder nach Unwetterschäden im gesamten Bezirk im Einsatz.

Brandeinsatz am ersten Lockdown-Tag. Auch die Brandeinsätze nahmen wieder zu. Das sei vor allem auf Kleinbrände (Kaminbrände, Feld- und Flurbrände) zurückzuführen. Einen Großbrand gab es im Jahr 2020 nicht. Gleich am ersten Tag des Lockdowns kam es zu einem Brand in einem Hackschnitzellager in Brunn, bei dem 52 Feuerwehrleute im Einsatz standen. In Wiesmaden (Gemeinde Gastern) kam es am 18. April zu einem vermeintlichen Schuppenbrand. Aus einem Komposthaufen neben dem Schuppen schlugen Flammen heraus und griffen auf den Dachstuhl über. Der rasche Einsatz von 50 Feuerwehrleuten konnte Schlimmeres verhindern.

Die Feuerwehr Dobersberg wurde am 18. September zu einem Brand bei der Schießanlage gerufen. Die Überdachung stand in Vollbrand. Der kürzlich angekaufte Löschwasseranhänger (16.000 Liter Fassungsvermögen) erwies sich dabei als äußerst hilfreich. Auf der B5 geriet am 18. November ein Milchtransporter in Brand. Der Fahrer konnte sich selbst in Sicherheit bringen. 57 FF-Mitglieder waren im Einsatz.