Gastronomie-Öffnung: So schlau wie vorher?. Der Gastronomie wird mit der Öffnung der Gastgärten eine erste Perspektive versprochen. Die Begeisterung hält sich aber in Grenzen. Hoffen darf auch weiterhin die Kultur.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 03. März 2021 (04:24)
Im Landgasthof Streicher denkt man nicht an ein Aufsperren mit Ende März. Die Temperaturen und das Wetter würden dafür laut Michael Schandl nicht mitspielen. „Ich werde jetzt nicht nur für den einen Monat Heizstrahler kaufen.“ Er rechnet mit der Öffnung erst im Mai.
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Es war fast zu erwarten. Die großen Öffnungsschritte bleiben aus. Zumindest erste Perspektiven wurden bei der Pressekonferenz der Bundesregierung am Montag geschaffen. Für die leidende Gastronomie wurde vorerst die Öffnung für den Betrieb im Freien mit Ende März versprochen. Ob der Termin wirklich hält, bleibt abzuwarten. Aber selbst wenn dieser hält, hält sich die Euphorie bei den Wirten in Grenzen.

TAM-Prinzipal Ewald Polacek.
Michael Schwab

„Wir sind eigentlich genauso schlau wie vorher“, meint Bezirkswirtesprecher Michael Schandl vom Landgasthof Streicher. An eine Gartenöffnung im März verschwendet er keinen Gedanken. „Wir brauchen am 27. März keinen Garten aufmachen. Für gewöhnlich ist der Gastgartenbetrieb erst ab Mai möglich.“ Die Entscheidung zur Öffnung zielt laut Schandl eher auf die Stadtgastronomie mit ihren beheizten Gärten ab. „So was haben wir halt nicht und ich werde jetzt nicht nur für den einen Monat Heizstrahler kaufen.“

Zudem spiele das Wetter in den Frühlingsmonaten oft nicht mit und mache einen Strich durch alle Planungen. „Was macht man dann, wenn es plötzlich zu regnen anfängt. Ich kann dann ja auch keine Reservierungen aufnehmen“, erklärt Schandl. „Ich glaube ehrlich gesagt, dass auch selbst wenn wir das machen, nicht viele Gäste kommen. Es wäre eigentlich noch blöder als jetzt. Da ist mir der reine Abholservice lieber.“

Der 27. März sei sowieso noch in der Schwebe. Michael Schandls Pläne und Hoffnungen haben sich auch mit Montag nicht großartig verändert. „Ich denk immer noch, dass es erst mit Mai wirklich weitergehen kann. Es werden nicht viele sein, die sich testen lassen und dann im kalten Gastgarten beim Essen frieren.“

Für das Waidhofner Theater an der Mauer bedeutet die direkte Konsequenz des neuen Fahrplans die Absage zweier Aufführungen im März. Die Hoffnungen für diese beiden dürften aber ohnehin nicht allzu groß gewesen sein. „Ein Fünkchen Hoffnung liegt jetzt auf einem Saisonstart im April“, betont TAM-Prinzipal Ewald Polacek. „Es ist schön, mal etwas mehr Perspektive zu haben, anstatt immer nur alle 14 Tage weiter vertröstet zu werden.“ Schließlich könne man ja auch nicht ewig alles zusperren.

Mit massiven Einschränkungen muss bei einer Öffnung des recht kleinen Theaters allerdings auch gerechnet werden. Polacek ist aber überzeugt, dass einige Menschen diese trotzdem in Kauf nehmen würden. Das Publikum ist schließlich auch schon, wie die Schauspieler, unterfüttert. Miteinberechnen müsse man die vermuteten Beschränkungen schon. „Sinnvoll und umsetzbar sollten die Maßnahmen dann aber auch sein. Wenn wir zwei Meter Abstand brauchen, Masken und Tests, dann zahlt es sich nicht aus, aufzusperren“, meint Polacek.

Gerade der Platz dürfte da eine große Rolle spielen. „Mit einem Meter Abstand können wir uns zu Not noch anfreunden. Alles weitere müssen wir uns genau überlegen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass es jetzt doch irgendwann mal etwas wird und die Kultur mit April ihr Comeback feiern kann.

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