Rotes Kreuz zieht Jahresbilanz: 26-mal Welt umrundet. Das Rote Kreuz im Bezirk Waidhofen/Thaya war 2020 gefordert wie selten zuvor. Neue Herausforderungen mussten gemeistert, Rückschläge weggesteckt und beeindruckende Rekorde aufgestellt werden.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (15:20)
Das Rote Kreuz Waidhofen stellte 2020 einen neuen Rekord an zurückgelegten Kilometern auf.
RK

Das Jahr 2020 war eine herausfordernden Zeit für das Rote Kreuz Waidhofen. Viele geplante Aktivitäten fielen der Corona-Pandemie zum Opfer, und trotzdem herrschte an der Bezirksstelle das ganze Jahr über Hochbetrieb – unter anderem wurde erstmals die „Schallmauer“ von einer Million gefahrenen Kilometern durchbrochen.

Exakt wurden 1,067.342 km von den Sanitätern der Bezirksstelle abgespult. „Das heißt, dass wir zum Wohle der Bevölkerung mehr als 26-mal die Welt umrundeten“, betont Bezirksstellenleiter Günther Stöger. „Allen Freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeitern möchte ich nochmals herzlich für ihren unglaublichen Einsatz danken. Ohne die Mithilfe des Roten Kreuzes wäre die effiziente Eindämmung der Viruserkrankung nicht möglich gewesen.“

Turbulente Zeiten. Eben jene Eindämmung hielt das Rote Kreuz ab März das gesamte Jahr über fest im Griff und verlangte besondere Maßnahmen. So musste für einen Großteil des Jahres auf die älteren Rot-Kreuz-Fahrer verzichtet werden, denen es schlicht verboten war, Krankentransporte zu fahren. In weiterer Folge stellte der Landesverband zwei zusätzliche Mitarbeiter für Covid-Einsätze ein, die von Waidhofen aus ihren Dienst versehen. Die Testungen von Verdachtsfällen, das Massenscreening im Dezember in allen Gemeinden, aber auch viele kleinere Screenings hielten die Mitarbeiter gegen Ende des Jahres zusätzlich auf Trab. Herausfordernd war auch die Unterbringung der Notärzte. Aufgrund der schwierigen Notarztsituation im Landesklinikum beherbergt das Rote Kreuz seit März die im Dienst stehenden Notärzte im Haus, das ist ein zusätzlicher Aufwand an Räumlichkeiten und Ressourcen.

Rückschläge und Rekorde. Ein schwerer Schlag auf der finanziellen Ebene war dagegen die coronabedingte Absage des 54. Waidhofner Volksfestes. Es war erst das zweite Mal in der Geschichte, dass das Fest pausieren musste. Als Ersatz wurde im Sommer eine sogenannte „Door to Door“ Mitgliederwerbeaktion durchgeführt. Dabei konnte das Rote Kreuz den Stand der unterstützenden Mitglieder im Bezirk von 2.500 auf rund 4.700 Mitglieder fast verdoppeln – ein Rekord. Ob das Volksfest heuer stattfinden kann, ist erneut ungewiss. „Wir müssen schon in den nächsten Wochen eine endgültige Entscheidung treffen, da die Vorbereitungsarbeiten einige Monate in Anspruch nehmen“, erklärt Günther Stöger.

Neues Großprojekt. Eine einmalige Möglichkeit ergab sich dagegen aufgrund der Schließung des benachbarten Blumengeschäftes Jirku. Das Rote Kreuz kaufte das Areal, um Platz für längerfristige Entwicklungsmöglichkeiten sicherzustellen. In der Planung angedacht ist unter anderem ein Henry-Laden nach dem Vorbild Groß Siegharts. „Mit dem Henry-Laden als Second Hand Boutique können wir gebrauchten Gegenständen ein zweites Leben einhauchen und auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, meint Stöger.

Neuer Kommandant. Auch personelle Veränderungen gab es im vergangenen Jahr. Die größte war der Rücktritt von Bezirkskommandant Josef Zimmermann, der sein Amt nach 23 Jahren an der Spitze in jüngere Hände legte. Werner Kronsteiner übernahm das Ruder.

„Wir können stolz darauf sein, im Bezirk so engagierte Freiwillige und hauptberufliche Mitarbeiter beim Roten Kreuz zu haben“, betont der Bezirksstellenleiter im Rückblick auf das Jahr 2020. „Mein großer Wunsch für 2021 ist, dass wir erneut viele Freiwillige finden, die uns als Zivildiener oder in ihrer Freizeit tatkräftig unterstützen.“