VOR bittet um zweite Chance. Probleme werden nicht beschönigt. Aber: „Start neuer Öffi-Ära“.

Von Karin Pollak und Karin Widhalm. Erstellt am 23. September 2019 (04:48)
Karin Pollak
VOR-Pressesprecher Georg Huemer testete in der Vorwoche einige Busse im Waldviertel.

Die „Watsche“ für den Verkehrsverbund für die neuen Buslinien im Waldviertel zu Schulbeginn ist „gesessen“. „Wir bitten um eine zweite Chance“, sagt VOR-Pressesprecher Georg Huemer. Beschönigen wolle er aber nichts. „Am 2. September sind wir auf die Talsohle geklatscht.“

Ende September will er überm Berg sein: „Wir sind mit größtmöglichen Einsatz daran, alle Beschwerden abzuarbeiten“, erzählt er. „ 104 Fahrplanänderungen sind bereits fixiert, 60 waren es schon vor Schulbeginn.“ Das Team sei mit Mitarbeitern aufgestockt worden.

Büro Landesrat Schleritzko
Ludwig Schleritzko und Eduard Köck skizzierten VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll die Anliegen.

Und nicht alles sei schlecht: „Es ist schade, dass durch die negativen Beispiele untergeht, dass eine neue Öffi-Ära im Waldviertel startete und dadurch die Waldviertler öfter ihr Auto stehen lassen können.“ Wie kam es aber zu der Flut an Beschwerden?

„Im Waldviertel haben wir 104 Buslinien, tausende Kurse und 300 Gemeinden unter einen Hut zu bringen – und das mit einem ganz neuen System. 120 Personen von der Tarifgestaltung über Juristen bis zum Routenplaner und dem Infosystem haben daran gearbeitet. Vor allem für das Waldviertel haben sich drei engagierte und erfahrene Planer jahrelang sehr intensiv beschäftigt“, erklärt Huemer. Die Basis waren die bestehenden Fahrpläne.

„Kleine Betriebe dabei, neue Linien geschaffen“

Das neue System biete vielerlei Vorteile: „Zum einen erhielten auch kleinere Betriebe die Chance, für den Verkehrsverbund tätig zu werden, zum anderen wurden die neuen Linien besser mit der Bahn verknüpft“, führt Huemer aus. „Dadurch wurde ein Vielfaches mehr an Verbindungen in das bestehende Angebot eingegliedert.“ Man sei aber überrascht über das Ausmaß an Problemen gewesen. „Unser klarer Auftrag ist, diese so rasch wie möglich zu lösen.“

Die eingegangenen Beschwerden wurden nach Prioritäten gereiht, wobei die Sicherheit der Fahrgäste an erster Stelle steht, danach folgen die Herstellung von fehlenden Verbindungen und dann der Komfort. „Natürlich gibt es einen Druck durch Landesrat Schleritzko, für den die Aufarbeitung der Probleme ein persönliches Anliegen ist. Aber wir würden es auch ohne diesen Umsetzungsdruck machen“, meint Huemer. Landesrat Ludwig Schleritzko und Bundesrat Eduard Köck zeigen sich zufrieden über den Fortschritt der VOR-Arbeit.