Erstellt am 10. März 2018, 05:32

von Hannes Ramharter

Viele Fahrzeuge streikten wegen der Kälte. Rekordeinsätze für die Autofahrerklubs. Für den Borkenkäfer stellt die Kälte allerdings keine Gefahr dar. Bei Schneeverwehungen waren vor allem die „Salzstrecken“ kritisch.

Die „Gelben Engel“ des ÖAMTC hatten in den eiskalten Wintertagen Hochbetrieb. Sie mussten oft Starthilfe leisten.   |  ÖAMTC

Die eisige Kälte in der Vorwoche stellte vor allem für im Freien abgestellte Fahrzeuge ein Problem dar. Für die Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ gab es Hochbetrieb, Montag und Mittwoch dürften die stärksten Tage gewesen sein.

„Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt - stellenweise erreichte die Kälte fast minus 20 Grad - haben zu einem starken Anstieg unserer Einsatzzahlen geführt“, erzählt Ewald Braunstein, ÖAMTC-Stützpunktleiter der Dienststellen Zwettl, Waidhofen und Gmünd. So waren von Sonntag bis Donnerstag im Einzugsgebiet Zwettl 107 Nothilfeleistungen notwendig, im Raum Waidhofen 69 Einsätze und im Bereich Gmünd 115. Rekordtag war der Montag, an dem österreichweit 8.405 Einsätze zu verzeichnen waren, ein Monat vorher waren es nur 1.811 Einsätze.

„Die Kälte ist dem Borkenkäfer egal. Feuchtigkeit ist das einzige, was dem Wald helfen könnte.“Waldverbandsobmann Franz Fischer räumt mit dem Irrglauben auf, dass Kälte schadet.

Doch auch am Dienstag und Mittwoch gab es österreichweit nochmals über 6.000 bzw. über 7.000 Einsätze. Markus Göth vom ARBÖ-Stützpunkt Groß Siegharts berichtet von 20 Einsätzen am Montag und weiteren acht am Mittwoch.

Hochbetrieb gab es natürlich auch für die Bediensteten der Straßenmeistereien. Ende der Vorwoche waren kurzfristig Schneeverwehungen die Schwierigkeit. „Auf den Salzstrecken blieb der Schnee picken, auf den Splittstrecken war kein Problem gegeben“, berichtet der Chef der Straßenmeisterei Waidhofen, Martin Hiemetzberger.

„Es gab leichte Probleme, aber nichts Tragisches“, fasst Straßenmeister Norbert Pölzl aus Dobersberg zusammen. Auch mit der Kälte hat es bisher keine Schwierigkeiten gegeben. „Die kommen maximal dann, wenn der gefrorene Boden aufgeht“, erklärt Pölzl.

Auch im Gebiet der Straßenmeisterei Raabs gab es gegen Ende der Vorwoche leichte Schneeverwehungen. „Es war aber nicht kritisch“, erzählt Straßenmeister Franz Rausch. Zu Wochenbeginn am Montag hielten gefrierendes Nieseln und Nebel die Mitarbeiter des Straßendienstes auf Trab.

Borkenkäfer überlebt die Kälte

Die Kälte bereitete auch der EVN keine Probleme. „Unsere Leitungen sind gut gewartet, es gab keine Schwierigkeiten“, erzählt Bereichsleiter Walter Trachsler. Bereits am 25. Februar hatte es in Griesbach, Gemeinde Karlstein, einen Stromausfall von 6.45 bis 8 Uhr und von 9 bis 14 Uhr gegeben. Der Grund dafür lag aber nicht an den tiefen Temperaturen. „Es war die Hochspannungssicherung beim Trafo kaputt. Als wir diese getauscht hatten, bemerkten wir, dass auch der Trafo defekt war. Die Ursache dürfte ein bereits im Sommer erfolgter Blitzschlag gewesen sein“, erklärt Trachsler.

Immer wieder wird auch behauptet, dass durch die Kälte Schädlinge sterben. Dies betrifft aber nicht den Borkenkäfer, der derzeit in den Wäldern wütet. Waldverbandsobmann Franz Fischer dazu: „Die Kälte ist dem Borkenkäfer egal. Die Aussichten für das Frühjahr sind im Waldviertel nicht besonders gut. Feuchtigkeit ist das einzige, was dem Wald helfen könnte. Wenn die Bäume genug Wasser bekommen, dann werden sie auch widerstandsfähiger gegenüber den Schädlingen. Da die Fichten jedoch Flachwurzler sind, kommen sie an die tiefer liegenden Wasserreserven nicht heran und sind geschwächt. Der Trend wird daher auch in unseren Breiten in den nächsten Jahren eher zu Baumbeständen gehen, deren Wurzen tiefer reichen.“