Das Blut im Bezirk Waidhofen fließt weiterhin. Im Bezirk ist man höchst zufrieden mit der Ausbeute. Trotz Krise lassen sich die Menschen nicht vom Spenden abhalten.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 12. August 2020 (05:15)
ÖRK / Jürgen Hammerschmid

Jetzt im Sommer sind Blutspender gefragter denn je. Das berühmte Sommerloch macht auch vor dem Roten Kreuz keinen Halt.

Zusätzlich erschwerend bereitet die Corona-Krise den Organisatoren Kopfzerbrechen. Im Juni und Juli wurde vielerorts ein starker Rückgang an Spendern registriert. Vielerorts ist nicht überall. Der Bezirk Waidhofen kann laut den Organisatoren der Blutspendeaktionen mit einer durchaus positiven Bilanz aufwarten, die Zahlen vergleichbar zum Vorjahr sein.

Die Spender blieben treu

Der Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes, Bernhard Schierer, zeigt sich positiv überrascht über die rege Teilnahme: „Wir hatten schon einen Einbruch der Spenderzahlen befürchtet, zu dem es aber letztlich doch nicht kam.“ Die gute Werbung der Blutspendezentrale sei ausschlaggebend, aber auch für die Treue der Spender in Zeiten der Krise fand er lobende Worte. Dass im Sommer die Zahlen etwas zurückgehen, war schon immer so und sei auf die Urlaubssaison zurückzuführen.

Umsiedelung in den Stadtsaal

Um den in den letzten Monaten notwendig gewordenen Hygienestandards gerecht zu werden mussten bei den Blutspendeaktionen so manche Maßnahmen getroffen werden. Hauptaugenmerk bei den Änderungen waren vor allem Platzprobleme an so manchen gewohnten Orten.

So wurde während der Corona-Intensivphase in Waidhofen vom Rotkreuz-Haus in den Stadtsaal umgesiedelt. Als weitere Maßnahmen wurden an den Eingängen Checkpoints eingerichtet, um bei jedem Spender Fieber zu messen. Da in den Gebäuden natürlich auch Mundschutzpflicht bestand, wurden Masken an jene verteilt, die selbst keine mitbrachten.

Viele vermissten das Würstel

Laut Organisatoren wurden die Maßnahmen von den Spendern äußerst diszipliniert befolgt. Ein kleiner Wermutstropfen für viele war jedoch das Fehlen des anschließenden Würstelessens. „Eine Menge Leute haben nachgefragt, doch wir durften keine Warmverpflegung anbieten“, erklärt die Groß Sieghartser Stadträtin und Organisatorin Maria Pasqualli. Umgestellt wurde überall auf Kaltverpflegung, die aber mitgenommen werden musste, denn auch das Zusammensitzen nach der Spende musste wegfallen.

Große Sorge vieler Organisatoren war und ist das Wegfallen von Veranstaltungen, die schon immer Hand in Hand mit den Blutspendeaktionen gingen. So fiel dieses Jahr der Bauernmarkt in Thaya aus.

Organisatorin Doris Wittenberger zeigte sich nach der Aktion überrascht: „Ich habe nicht geglaubt, dass so viele Menschen kommen. Wir konnten am Ende 145 Konserven nach Wien schicken.“ Großes Lob gibt es dafür auch von ihrer Seite an die vielen treuen und regelmäßigen Spender.

Wie kann man so oft spenden?

Einer dieser regelmäßigen „Superspender“ im Bezirk ist Andreas König. Seit seinem 18. Lebensjahr spendet er kontinuierlich. Anders würde sich die beachtliche Zahl von 173 Blutspenden nicht ausgehen.

Andreas König aus Hollenbach spendete bereits 173 Mal.
privat

Für den Hollenbacher, der selbst beim Roten Kreuz tätig ist, ist das Spenden selbstverständlich. „Es ist eine ganz einfache Art, anderen zu helfen“, erläutert er.

Großer Antrieb war wohl auch sein Vater, der ebenfalls zahlreiche Spenden abgab. Das Spendergen liegt beim ihm in der Familie. Auch die Frau und die älteste Tochter sind als Blutspender aktiv. Selbst hat er noch nie eine Konserve benötigt, aber der Vater. „Er hatte mal einen Unfall und mir wurde nochmals vor Augen geführt, wie viel Blut eigentlich in den Krankenhäusern benötigt wird.“

Auch der ehemalige Bezirksfeuerwehrkommandant Erich Gugelsberger gilt als regelmäßiger Blutspender. „Begonnen habe ich mit 19 Jahren während des Präsenzdienstes und bin mittlerweile bei 125 Spenden“, schildert der Kommandant außer Dienst.

Zu den bereits erwähnten kommen bei ihm zusätzlich rund 20 Spenden für die Blutbank. Zusammengerechnet ist er damit nicht mehr weit vom nächsten Meilenstein, den 150, entfernt. Besondere Freude bereitet ihm immer die Rückmeldung von der Blutspendezentrale, sobald sein Blut einen Empfänger gefunden hat. Der „gratis Gesundheitscheck“ bietet ihm zusätzliche Motivation.

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