Gemeinde-Förderung: Jeder soll Wasser auffangen. Niederschläge sollen auf Eigengrund versickern: Gemeinderat will Initialzündung geben.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 02. Oktober 2019 (04:27)
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Symbolbild

Die Gemeinde will ihren Beitrag in Zeiten der spürbaren Klimaveränderungen leisten: Der Gemeinderat beschloss einstimmig, Versickerungsmaßnahmen zu fördern. Was heißt das konkret?

„Wir wollen, dass das Regenwasser, das zu nahezu 100 Prozent in den Kanal abfließt, auf dem eigenen Grundstück versickert“, erklärt Bürgermeister Harald Hofbauer (SPÖ). „Das ist mit Schuld, dass der Grundwasserspiegel sinkt, und das hat direkt etwas mit den Klimaschutz-Maßnahmen zu tun.“

Man wolle, dass der Regen dort verdampft, wo er niedergeht. Das habe durchaus Sinn, weil jetzt der Kreislauf durchbrochen sei. 500 Euro bekommt jeder, der die Bescheinigung eines Baumeisters vorlegen kann, dass das Oberflächenwasser auf Eigengrund gehalten wird. Wie, das bleibt jedem überlassen.

Sickerschacht, Zisterne oder Biotop möglich

Nur: „Es kann nicht sein, dass das Wasser aus der Dachrinne in den Garten des Nachbarn fließt.“ Möglich seien Versickerungsschächte, Zisternen oder Biotope. „Wir geben da nichts vor“, erläutert Hofbauer. „Eine Regentonne ist im Prinzip okay, die Frage ist aber: Was machst du mit dem Überlauf?“ Das Projekt müsse schon so konzipiert sein, dass das ganze Regenwasser vom Dach aufgefangen werde. „Der Baumeister weiß anhand der Dachfläche, wie groß das Auffangbecken sein muss.“

Der Bürgermeister, der sich schon mit Schülern an der „Fridays for Future“-Bewegung in Dietmanns angeschlossen hat, will damit eine Initialzündung geben: Die Förderung solle ein Anstoß zum Nachdenken geben, dass das Regenwasser auch zur Spülung von Toiletten verwendet werden kann.

Angedacht sind Versickerungsschächte am Platz beim Amtshaus, der wie berichtet neu gestaltet wird. „Die Architekten sind gerade am Tüfteln“, berichtet Hofbauer. „Wir werden mit gutem Beispiel vorangehen.“

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