Kleintier-Spezialistin von Alaska zurück in der Heimat. Nadia Lee Bacon war 21 Jahre lang als Tierärztin in Alaska tätig, ehe es sie an Tierklinik Dobersberg verschlug.

Von Michael Schwab. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:55)
Nadia Lee Bacon wechselte aus Alaska nach Dobersberg: Sie trat am Montag ihren Dienst als Kleintier-Spezialistin in der Tierklinik von Siegfried Fürst in Dobersberg an.
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Von Alaska nach Dobersberg in die Tierklinik von Siegfried Fürst verschlug es die Kleintier-Spezialistin Nadia Lee Bacon: Nach 21 Jahren am Mt. McKinley Animal Hospital war es für die in England geborene Tochter einer Österreicherin und eines Amerikaners Zeit für einen Tapetenwechsel.

Nadia Lee Bacon war nach ihrem Studium der Veterinärmedizin in Wien gleich nach ihrem Abschluss 1994 in die USA ausgewandert, zunächst an die Ostküste. Weil ihr österreichischer Abschluss nicht anerkannt wurde, musste sie ein zweijähriges Ergänzungsprogramm durchlaufen, um den amerikanischen Tierarzt-Titel zu erhalten. „Ich habe dann eine Stelle in Alaska gesucht und in Fairbanks im Mt. McKinley Animal Hospital gefunden“, erzählt Lee Bacon in akzentfreiem Deutsch.

Elchtritte waren häufige Verletzungen

Aufgrund der dünnen Besiedelung Alaskas war das Einzugsgebiet der Klinik entsprechend groß. Nicht selten wurden Tiere aus entlegeneren Gebieten per Flugzeug gebracht, vor allem im Winter, wenn es keine brauchbaren Straßenverbindungen gab. Auch stundenlange Anfahrten mit dem Auto hatten manche der tierischen Patienten hinter sich.

Eine häufige Verletzung waren Tritte durch Elche. „Wir hatten dafür das eigene Kürzel ‚KBM‘ – ‚kicked by moose‘, getreten vom Elch. Das kam beispielsweise vor, wenn sich ein Elch von einem Hund bedroht fühlte und nach dem Tier trat. Elche haben scharfe Hufen und verursachen oft schlimme Verletzungen“, erzählt die Tierärztin. Da ihre Tochter nun im Bundesstaat New York studiere, sie von ihrem Mann getrennt lebe und ihre in Österreich lebende Mutter alt werde, habe sie sich dazu entschieden, Alaska den Rücken zu kehren. Sie suchte in ganz Österreich, außer in Tirol und Vorarlberg, nach einer passenden Tierarzt-Stelle.

Jene in Dobersberg habe ihr am meisten zugesagt: „Ich gehe gerne radfahren, laufen und langlaufen. Der Radweg Thayarunde und die Nähe zu ‚Česká Kanada‘ haben mich begeistert.“

Vor zwei Wochen war sie zum Vorstellungsgespräch in Dobersberg, am Montag trat sie ihre Arbeit als Kleintierspezialistin im Team von Siegfried Fürst an.