Bezirk Waidhofen/Thaya: „100 Windräder pro Jahr nötig“

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:41
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Laura Ozlberger, Helga Krismer und Martin Litschauer wollen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne mehr Tempo.
Foto: Grüne
Grüne fordern Beschleunigung des Ausbaus und orten Mängel bei Netzausbau.

Mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und vereinfachte Verfahren für die Errichtung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen fordert die Bezirks-Spitzenkandidatin der Grünen, Laura Ozlberger.

Sie lud am Samstag gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Helga Krismer und dem Nationalratsabgeordneten Martin Litschauer zum Pressegespräch. Krismer umriss die schwierige Situation für die Windkraft in Niederösterreich, die von endlosen Diskussionen, blockierenden Gemeinden und langwierigen Genehmigungsverfahren geprägt sei. So könne es nicht mehr weitergehen.

„Um die Ausbauziele – acht Terawattstunden aus Windkraft bis 2030, zwölf Terawattstunden bis 2035 zu schaffen, brauchen wir ab sofort 100 neue Windräder pro Jahr. Derzeit sind wir bei 33“, rechnete Krismer vor.

Man könne es sich nicht mehr leisten, dass Windkraftbetreiber zur Gemeinde gehen und -zig Gutachten einbringen müssen, obwohl es bereits von Sachverständigen ausgewiesene Windkraftzonen gäbe: „Mein Zugang wäre, dass das Land ein ordentliches Prüfverfahren macht, wo Windkraft technisch sinnvoll und ökologisch vertretbar ist, und die Gemeinden dazu zwar Stellung nehmen können, es aber für die Umsetzung keinen Gemeinderatsbeschluss mehr braucht“, schlägt Krismer vor.

Windkraftanlagen seien nicht nur für die direkte Stromerzeugung wichtig, sondern auch zur Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser. Dieser Wasserstoff werde nämlich von der Industrie benötigt, da bestimmte Prozesse nicht auf Strom umgestellt werden können.

Auch bei der Photovoltaik gäbe es noch viel Potential. Hier könne man eine gemeinsame Beschaffung von PV-Paneelen durch Ecoplus und die Energieagentur für eine große Errichtungsoffensive auf allen Gemeindegebäuden ins Leben rufen.

Ein Problem für diese Ausbaupläne sind jedoch die verfügbaren Kapazitäten in den Umspannwerken. „In Waidhofen haben wir 15 Megawatt freie Kapazität für die Einspeisung. Mit drei modernen Windrädern oder einer Ausschöpfung des Potentials für Freiflächen-Photovoltaik wäre diese Kapazität belegt, für Firmen und Private, die auch Photovoltaik bauen wollen, wäre nichts mehr frei. Und es gibt bis 2030 keine Ausbaupläne für das Umspannwerk“, führt Martin Litschauer aus.

Die zuständige EVN-Tochter Netz NÖ bestätigt die Größenordnung der freien Kapazität. Diese beziehe sich ausschließlich auf Großanlagen und orientiere sich am Bedarf, der sich durch die zonierten Flächen für Wind und Groß-PV ergibt. Sollte sich der Bedarf steigern, würde man in der Netzplanung entsprechende Ausbaumaßnahmen setzen.