Raabser Stadthistoriker führt zu verborgenen Schätzen

Erstellt am 01. Oktober 2022 | 04:11
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Erich Kerschbaumer führte von der Kapelle in Liebnitz zur Ruine Buchenstein.

Das Waldviertel birgt viele noch wenig bekannte Schätze aus historischen Zeiten, wie man auch bei der von dem geschichtskundigen Raabser Stadthistoriker Erich Kerschbaumer geführten historischen Wanderung von der Kapelle in Liebnitz zur Ruine Buchenstein erfahren konnte. Die erste urkundliche Erwähnung von Liebnitz, früher auch Libenze, Lidimize oder Limiz genannt, erfolgte 1175.

Die Wanderer betraten zuerst die romanische Kapelle zum Heiligen Laurenz in Liebnitz, die um 1150 als Teil der ehemaligen Burg errichtet wurde. In der Renaissancezeit wurde die Burg zum Schloss umgebaut. Später erhielt die Kapelle ein barockes Gewölbe mit Empore. Ebenfalls aus der Barockzeit stammen die Sitzbänke und der Opferstock. Der wohl bedeutendste Kartograf Österreichs, Georg Matthäus Vischer, fertigte 1672 einen Kupferstich mit der Ansicht der „Burg Limiz“ an. 1795 war Liebnitz im Besitz von drei Grundherrschaften: Drösiedl, Raabs und Weinern. Im März 2022 wurde der „Gemeinnützige Förderverein Filialkirche Liebnitz“ gegründet, dessen Anliegen die Bewahrung dieser kunstgeschichtlichen Besonderheit ist. Der Verein sucht noch Mitglieder und bittet interessierte Menschen, sich diesbezüglich an Erich Kerschbaum zu wenden (kerschbaumer3820 @gmail.com).

Die zweite Station der Wanderung erreichten die Teilnehmer nach einem längeren Marsch, der sie zu den Überresten der auf einem zur Thaya steil abfallenden Felsen erbauten Burg Buchenstein führte. Erstmals um 1300 in der prima fundacio des Klosters Her zogenburg erwähnt, dürfte die kleine Burg bereits um 1430 wieder zerstört worden sein, vermutlich während einer der zahlreichen Fehden der Habsburger gegen die Böhmenkönige. Die Burg Buchenstein war bewehrt mit einer umlaufenden Ringmauer und einem fünfeckigen Turm, dessen zweieinhalb Meter dicke Mauern auf einer Seite einen Keil bildeten, der bei einem Katapult-Angriff die Geschosse ablenken sollte.