Graffitis: Drei Sprayer in Waidhofen ausgeforscht . Polizei erhielt nach über 100 Befragungen den entscheidenden Hinweis. 13 Sachbeschädigungen mit 15.800 Euro Schaden geklärt.

Von Michael Schwab. Erstellt am 13. August 2020 (03:13)

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht: Dieses Sprichwort bewahrheitete sich für drei Burschen, die in der Bezirkshauptstadt mit Spraydosen ihr Graffiti-Unwesen getrieben hatten.

Monatelange Ermittlungen brachten Erfolg

Nach monatelangen Ermittlungen konnte die Polizei die drei Sprayer dingfest machen und ihnen insgesamt 13 Sachbeschädigungen mit einem Gesamtschaden von 15.800 Euro im Stadtgebiet nachweisen.

Unter anderem hatten die Sprayer einen für das Waggonhotel in Waldkirchen vorgesehene Waggon am Waidhofner Bahnhof, die Fassade des Gymnasiums, die Bushaltestelle samt WC-Anlage in der Gymnasiumstraße und eine Wand des Gasthauses Bauer beim ehemaligen Zielpunkt im Zeitraum von April bis Juni besprüht. Federführend bei den Ermittlungen war Gottfried Zwinz von der Polizeiinspektion Waidhofen.

Gymnasium als Anlassfall

„Der Vorfall beim Gymnasium war für mich der Ausgangspunkt, der Sache auf den Grund zu gehen“, erzählt Zwinz. „Ich habe alle Graffitis im Stadtgebiet fotografiert und im Zuge der Ermittlungen über 100 Leute befragt, bis ich den entscheidenden Hinweis erhielt.“ Es folgten eine Sicherstellung der Mobiltelefone der drei Lehrlinge und Hausdurchsuchungen, bei denen die Spraydosen sichergestellt wurden.

Zwei waren federführend, einer der Täter war nur einmal dabei

Einer der drei Täter sei nur einmal dabei gewesen, federführend seinen die beiden übrigen Jugendlichen gewesen, sagt Zwinz. Aufgrund der immer gleichen Schriftzüge konnten ihnen auch Graffitis aus dem Zeitraum 2018-2020 zugeordnet werden.

„Die Burschen waren geständig und haben sich bei mir im Rathaus zur Wiedergutmachung der Schäden gemeldet“, berichtet Vizebürgermeister Martin Litschauer (IG Waidhofen). Ein Teil der Schäden sei bereits auf Kosten der Gemeinde beseitigt worden, noch vorhandene Schmierereien würden die Burschen selber entfernen. Für die schon beseitigten Schäden bzw. jene Schäden, die sie nicht selbst beheben können, würden sie finanziell aufkommen.

Vizebürgermeister begrüßt Bereitschaft zur Wiedergutmachung

„Ich begrüße es, dass sie selber Hand anlegen wollen, um die Folgen ihres Tuns zu beseitigen. Eine Strafe allein wäre nicht zielführend, es geht da auch um den Lerneffekt, dass man die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen hat“, betont Litschauer. Er ist sich sicher, dass die drei Burschen etwas aus der Sache gelernt haben: „Sie haben sich bei mir persönlich entschuldigt“.

Insgesamt zählte Zwinz über 30 Graffitis in der Stadt, 27 wurden angezeigt, 13 davon sind jetzt geklärt. Um künftige Vorfälle zu vermeiden, hat er einen Vorschlag: Den Jugendlichen sollte eine Wand zur Verfügung gestellt werden, wo sie sich legal mit ihren Spraydosen austoben dürfen.