Gastern

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:14

von Michael Schwab

Neues Fahrzeug der FF wurde gesegnet. „Wir leben nicht nur vom Blick in die Zukunft, sondern auch von unserer Tradition“, hob Oswald Sprinzl in seiner Ansprache hervor.

Abschnittskommandant Gerald Dimmel, Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Oswald Sprinzl, Bundesratsabgeordneter Eduard Köck, Florian Fraberger (Bezirkshauptmannschaft Waidhofen), Bianca Müller, Kommandant Thomas Polt, Autopatin Marianne Berger, Bürgermeister Roland Datler, Marina Polt, der Kommandant der FF Gastern Gerhard Deutschmann, Pfarrer Gerhard Swierzek und Vizebürgermeister Rainer Winkelbauer.  |  Michael Schwab

Mit der Segnung ihres neuen Hilfeleistungsfahrzeuges 1 (HLF 1) feierte die FF Frühwärts am Sonntag im Rahmen ihres alljährlichen Kirtags ihr 90-jähriges Bestehen.

Verwalter Rainer Winkelbauer fasste in seiner Ansprache die Geschichte der 1927 gegründeten Wehr zusammen. Beim Gründungsfest am 17. Juni 1928 hatte die Feuerwehr 36 Mitglieder und verfügte über ein Zeughaus und eine bis heute erhaltene Handspritze. Erster Kommandant war Karl Hermann, Großvater von Winkelbauer.

Im Laufe der Jahrzehnte erfolgte eine schrittweise Modernisierung der Ausrüstung: 1942 wurde die Handspritze durch eine Motorspritze ersetzt, 1952 ein neues Zeughaus neben der Kapelle errichtet und das erste Auto der FF Frühwärts der Marke GMC sowie eine neue Motorspritze gesegnet. 1961 wurde wieder ein neues Auto angeschafft, 1965 eine neuen Motorspritze in Dienst gestellt, die bis heute im Einsatz ist und auch im neuen Auto wieder dabei ist.

Mit der alten Motorspritze der FF Frühwärts: Florian Fraberger, Thomas Polt, Rainer Winkelbauer, Bianca Müller, Gerhard Deutschmann, Erwin Miksch, Gerhard Burian, Gerald Dimmel, Marianne Berger, Roland Datler, Oswald Sprinzl, Gerhard Kainz, Eduard Köck, Marina Polt, Gerhard Swierzek, Robert Winkelbauer und Florian Dangl.  |  Schwab

Ein weiterer Meilenstein war der ersten Kirtag der FF Frühwärts, der 1978 erstmals stattfand und heuer zum 40. Mal abgehalten wurde. 1984 wurde der Ankauf eines neuen Löschfahrzeugs vom Typ Mercedes 409 beschlossen. Dieses Auto stand bis heuer im Einsatz.

1994 wurde mit dem Neubau des Feuerwehrhauses begonnen, das nach 7.700 freiwilligen Arbeitsstunden 1997 fertiggestellt wurde.

Der Ankauf des neuen HLF 1 wurde am 11. März 2017 beschlossen, die Lieferung erfolgte heuer Ende April. Ingsesamt kostet das HLF 1 rund 114.000 Euro. 37.000 Euro steuerte die Marktgemeinde Gastern bei, 40.000 Euro der Landesfeuerwehrverband. Den Rest trägt die Wehr selbst.

„In der Feuerwehr gilt die Devise, Neues zu schaffen, aber trotzdem Altes zu erhalten. Wir leben nicht nur vom Blick in die Zukunft, sondern auch von unserer Tradition und dem, was unsere Vorfahren geschaffen und geleistet haben“, hob Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Oswald Sprinzl in seiner Ansprache hervor. Das Feuerwehrwesen beruhe auf den drei Säulen Technik, Mannschaft und Ausbildung – nur wenn diese Hand in Hand gehen, ist eine effektive Hilfeleistung möglich.

Gesegnete Glücksbringer übergab Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Oswald Sprinzl (rechts) an Kommandant Thomas Polt (links).  |  Schwab

Bürgermeister Roland Datler erwähnte die wichtige Rolle der Feuerwehren im Sicherheitskonzept der Gemeinde, aber auch für die Aufrechterhaltung des sozialen Umfeldes und Gemeinschaftslebens in den Ortschaften. Im Zeichen der bevorstehenden Landesfeuerwehrleistungsbewerbe in Gastern appellierte er an die Besucher, hinter den Feuerwehren zu stehen: „Drehen wir den Spieß einmal um und unterstützen jene, die sonst immer uns unterstützen.“

Bundesratsabgeordneter Eduard Köck ging auf die manchmal geäußerte Kritik an den hohen Kosten für Geräte und Fahrzeuge ein, welche die meiste Zeit nur herumstehen würden. „Vor drei Jahren hatten wir im Sommer viele Flurbrände, die alle rasch unter Kontrolle gebracht wurden. In Russland schwelte ein Waldbrand drei Wochen lang. Daran sieht man, warum wir die Technik und engagierte Feuerwehrleute brauchen“, betonte Köck. Mit der Indienststellung des neuen HLF 1 würde das Sicherheitsnetz aus Technik und Mannschaft nun erneuert werden.

Die Segnung des neuen Fahrzeuges nahm Pfarrer Gerhard Swierzek vor.