Entscheidungsgrundlage: Ein Leitbild als Wegweiser. Zusammen mit Bevölkerung entwickeltes Leitbild zeigt, wohin die Reise in Gastern geht.

Von Michael Schwab. Erstellt am 22. Februar 2019 (05:45)
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Gastern will unter anderem im Tourismus „Gas geben“: Ein Folder über die Gemeinde ist ein erster Ausfluss aus dem Leitbild-Prozess.

Ein zusammen mit der Bevölkerung erstelltes Leitbild soll die Entwicklung der Marktgemeinde Gastern in den kommenden Jahren führen.

Unter der Planung der Wallenberger & Linhard Regionalberatungs GmbH wurden in Arbeitsgruppen vier Handlungsfelder erarbeitet, für die jeweils wesentliche Projektansätze entwickelt wurden: Wohnraum, Lebensraum, Wirtschaftsstandort und „Gast sein in Gastern“ sind die Bereiche, in denen Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden sollen.

„In den Arbeitsgruppen waren Leute aus allen Teilen der Bevölkerung vertreten, Männer, Frauen, Jung, Alt, Arbeiter, Angestellte und Akademiker, aus Gastern wie auch aus den Katastralgemeinden und aus allen Parteien. Alle Beteiligten waren sehr engagiert“, fasst Bürgermeister zusammen.

Amtshaus-Sanierung spielt große Rolle

Ein wichtiges Thema, das sich durch mehrere Bereiche zieht, ist die bevorstehende Amtshaus-Sanierung, die daher eine wesentliche Rolle im Leitbild spielt. Denn im Amtsgebäude sollen nicht nur neue Wohnungen entstehen, sondern es soll auch ein Jugendraum integriert und Platz für Startups geschaffen werden. „Wir wollen die Glasfaserinfrastruktur nutzen, um im öffentlichen Raum einen Bereich anzubieten, wo Unternehmen die neuen Möglichkeiten der Datenautobahn nutzen können“, betont Datler.

Die Sanierung bzw. Beseitigung von Leerständen ist auch Bestandteil des Gasterner Leitbildes. „Wir haben eine Erhebung am Laufen, wo wir Grundstücks- und Liegenschaftseigentümer kontaktieren, um festzustellen, ob leer stehende Grundstücke oder Gebäude zum Ankauf verfügbar sind“, erklärt Datler.

Im Bereich Lebensraum sind die Sicherung der Nahversorgung, die Verfügbarkeit eines Arztes und einer Bank, die Kinderbetreuung und neue Radwege einige der Kernthemen. Um sich als Wirtschaftsstandort stärker zu positionieren, sind neben den erwähnten „working spaces“ im Amtsgebäude auch das neue Betriebsgebiet, eine starke Landwirtschaft und digitale Angebote Teil des Leitbildes.

"Wir brauchen dazu die Initiative aus der Bevölkerung"

Auch im Tourismusbereich gibt es in Gastern Ausbaubedarf. „Wir haben derzeit nur einen Beherbergungsbetrieb, der wirklich gute Arbeit macht und gut ausgelastet ist, aber längst nicht die Möglichkeit, die potentiellen Gäste entsprechend unterzubringen“, stellt Datler auch Bezug auf die Synergieeffekte durch den Radweg „Thayarunde“ (die NÖN berichtete über das Nächtigungs-Plus in der Vorwoche) fest.

Als Gemeinde allein könne man am Zimmerangebot aber nichts verbessern. „Wir brauchen dazu die Initiative aus der Bevölkerung, Leute, die erkennen, dass der Bedarf für Fremdenzimmer wieder da ist “, stellt Datler klar.

Warum entwickelte man überhaupt ein Leitbild? „Zum einen, um eine Grundlage für Entscheidungen im Gemeinderat für die kommenden Jahre zu haben, und zum anderen, weil die Leitbild-Entwickung in vielen Bereichen Vorteile bringt. Sie ist beispielsweise für zahlreiche Förderansuchen eine Voraussetzung, sei es bei der Dorferneuerung, in die wir wieder eingestiegen sind, oder bei EU-Förderungen“, führt Datler aus.