Gegen den Trend: FPÖ legte um 2,9 Prozent zu. Große Freude bei ÖVP und FPÖ, gedämpfte Stimmung bei der SPÖ – so lassen sich die ersten Eindrücke aus den Bezirksparteizentralen nach der EU-Wahl zusammenfassen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 26. Mai 2019 (23:55)
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Symbolbild

Die ÖVP legte gegenüber der letzten Wahl im Jahr 2014 von 45,8 Prozent auf 52,3 Prozent (plus 6,5%) zu. „Für unsere Partei ist das ein sehr gutes Ergebnis. Für mich ist das ein starkes Votum für Sebastian Kurz, obwohl er nicht als Kandidat zur Wahl stand. Unser Weg, gut für das Volk zu arbeiten und weniger die anderen zu vernadern, wird immer mehr unterstützt“, freut sich ÖVP-Bezirksparteiobmann Eduard Köck. Der Stimmenzuwachs für die ÖVP bewegt sich somit etwas unter auf dem österreichweiten Niveau von plus 8,37 Prozent.

Gegen den allgemeinen Trend schnitt die FPÖ im Bezirk Waidhofen ab. Ein Plus von 2,9 Prozent war für die Waidhofner Blauen mit Landesrat Gottfried Waldhäusl an der Spitze ein Grund zu feiern: „Damit liegen wir landesweit ganz weit vorne“, freut sich Waldhäusl. „Da steckt beständige Arbeit dahinter, und die Qualität unserer Gemeinderäte und Funktionäre“, ist Waldhäusl überzeugt. Die FPÖ erreichte 20,62 Prozent und ist damit zweitstärkste Kraft im Bezirk. Bundesweit verloren die Blauen um 1,63 Prozent.

Die „Ibiza-Tapes“ scheinen keine negativen Folgen gehabt zu haben. „Die Wähler können zwischen einzelnen Personen unterscheiden, und werfen nicht alle in einen Topf. Dass unser Chef so etwas tat, wie auf dem Video zu sehen ist, ist das Schlimmste, aber die Leute schauen sich die Personen vor Ort an, die damit nichts zu tun haben“, erläutert Waldhäusl die Gründe für das gute Abschneiden der FPÖ trotz Video-Affäre.

Bei der SPÖ musste man gegenüber 2014 Verluste von 2,88 Prozent hinnehmen, und ist mit 14,55 Prozent drittstärkste Partei im Bezirk Waidhofen. 2014 lagen die Roten mit 17,4 Prozent nur knapp hinter der FPÖ mit 17,7 Prozent. Trotzdem findet Nationalratsabgeordneter Maurice Androsch das Wahlergebnis mit Blick auf das bundesweite Ergebnis von minus 0,5 Prozent „in Ordnung“: „Die FPÖ ist drittstärkste Partei geblieben, ein starker Rechtsruck wurde damit abgewendet. Dass die ÖVP dazugewinnt, war zu erwarten“, meint Androsch.

Im einstelligen Prozentbereich bewegen sich im Bezirk Waidhofen Grüne und Neos: Beide Parteien mussten leichte Verluste hinnehmen – die Grünen von 7,8 auf 6,49 Prozent, und die Neos von 6,1 auf 4,75 Prozent.