Grundstück in Waidhofen: Gab es noch einen Bieter?. Maschinenring möchte Parzelle kaufen: Ob ein zweites Angebot vorliegt, darüber scheiden sich die Geister.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 18. Juli 2019 (03:14)
Gerald Muthsam
Schon vor der nächsten Gemeinderatssitzung wird über einen Grundkauf diskutiert.

Der Maschinenring will seinen Betrieb erweitern, und zwar auf dem Grundstück neben der Kfz-Werkstätte Manfred Nitsch (siehe links). „Das haben wir im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im April besprochen“, erzählt Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP). Es kam eine Willenskundgebung: „Ja, wir machen das dingfest.“ Das habe er dann getan.

Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) erzählt indes, dass er den Gemeindechef gefragt habe, ob es einen zweiten Interessenten gäbe. Denn er wisse, dass Nitsch mit dem Grund liebäugelt. Altschach solle ihn fragen, „weil es für ihn die einzige Möglichkeit ist, zu expandieren“. Waldhäusl nahm dann Kontakt mit Nitsch auf.

Wichtiger Grundkauf dürfe nicht verhindert werden

Wenn ein zweites vorhandenes Angebot nicht dem Gemeinderat bei der Sitzung am 25. Juli, bei welcher der Grundkauf zur Abstimmung kommen wird, vorgelegt werde, „dann ist das ein Verstoß“. „Das wird von uns stark kritisiert werden“, blickt Waldhäusl voraus.

Altschach spricht jedoch von einer Preisanfrage, „gar nicht an mich persönlich“ gerichtet. „Wir haben geantwortet: Prinzipiell sind wir handelseinig mit jemand anderem. Sie waren einfach zu spät.“ Außerdem: „Wenn jemand ein Grundstück auf Verdacht kauft, dann ist das zwar im Moment gut für die Gemeinde-Einnahmen, aber nicht nachhaltig“, will er den Maschinenring nicht an eine andere Gemeinde verlieren. Ein so wichtiger Grundkauf dürfe nicht verhindert werden.

„Nicht alle Fakten waren auf dem Tisch“

„Im Ausschuss wurde nicht bekannt gegeben, dass es einen zweiten Anbieter gibt“, sagt indes Stadtrat Franz Pfabigan (SPÖ). Es sei generell ein Problem, „dass nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt werden“.

Er spricht damit „grundsätzlich“ die ÖVP an. Wie solle man dann eine Entscheidung treffen können, fragt sich Pfabigan. Es gehe aber auch nicht, „dass jede Fraktion hergeht und bei jeder Firma hinterfragt, ob es ein Interesse gibt. Der Bürgermeister ist die Ansprechperson“, betont er. „Dieses Tohuwabohu haben wir in Waidhofen.“

Die Kfz-Werkstätte von Manfred Nitsch am Neumannplatz grenzt direkt an das Grundstück an, das an Maschinenring verkauft werden soll. Ob es ein Interesse des Unternehmers Florian Nitsch an diesem Areal gebe, wollte niemand bestätigen, nur so viel: „Wir haben keine Möglichkeit, unseren Betrieb zu erweitern. Wir sind aber als unmittelbare Nachbarn an dem jetzt zum Verkauf stehenden Grundstückes nie gefragt worden, ob wir es vielleicht wollen“, erklärt Bianca Nitsch.

„Eigentlich passiert das bei Grundstücken, die verkauft werden, immer, dass man zuerst die Anrainer informiert. Das ist bei uns aber nicht passiert“.