Grooven – und „ein bissl proben“

Erstellt am 11. April 2012 | 00:00
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Web-Artikel 53361
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NORDIC GROOVES / Was rauskommt, wenn zehn Vollblut-Musiker fünf Tage lang mehr als 40 Musikliebhaber fördern und fordern: Ein locker verspielter Abschlussauftritt.

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Musiker aller Levels vor dem Abschlussauftritt des „Nordic Grooves“-Projekts des Vereins „kultur.vielfalt.heidenreichstein“.M. LOHNINGER
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VON MARKUS LOHNINGER

HEIDENREICHSTEIN / Ausgerechnet bei dem in der Urversion wohl groovigsten Stück wurde der Groove rausgenommen: Der Chart-Hit „Supermassive Black Hole“ kam rauer, rockiger, kurzatmiger als im Original bei den britischen Stilmixern Muse aus den Lautsprechern. Es war die Lockerheit beim Tappen durch die Welt der musikalischen Ausdrucksformen, die die zehn Profimusiker den mehr als 40 Teilnehmern des „Nordic Grooves“-Workshops bis zum Abschlusskonzert am 4. April einimpften. Musik soll eben bei allem Streben nach Perfektion vor allem Spaß machen – davon hatten die Projekt-Teilnehmer eine Menge.

Die Referenten formten in fünf intensiven Tagen die mit unterschiedlichstem Talent ausgestatteten und aus fünf Bundesländern gekommenen Schüler so, dass der gemeinsame Auftritt im rammelvollen Volksheim klappte. Von beschwingt-poppig ging es zum schwerfälligeren, jazzigen zweiten Programmblock. Aus einem zwölfköpfigen Chor sollte danach der „Nicht-Sänger“ Stefan Navratil als Solist hervor treten – und tat das so überzeugend wie eine Viertelstunde zuvor mit einem explosiven Gitarrensolo.

Poppig ging es weiter, etwa mit dem von Vanessa Weber aus der NÖN-Talenteshow eindrucksvoll vorgetragenen Sting-Hit „Fragile“. Dann trommelte Julian Pajzs elf Instrumentalisten und zwei Vokalisten zusammen. „Wir werden jetzt ein bissl proben auf der Bühne“, lachte der Gitarrenprofi, und dirigierte sein „Freistil-Ensemble“ nach wahllos in die Höhe gehaltenen Papierzetteln mit Anweisungen.

Rockig, jazzig, bluesig – und  doch (fast) immer groovig

Elegisch im Sinne Gary Moores interpretierte in dem von Juan Garcia-Herreros betreuten „Latin Pop“-Block Ingrid Hecht den Klassiker „I Love You More Than You‘ll Ever Know“. – Die musikalische Flexibilität färbte auch auf die Programmgestaltung ab. Also übernahm die im Workshop sehr stark vertretene Bläsersektion das Konzertfinale – mit zwölfköpfiger Big-Band und einem schrägen Abschluss-Medley mit Bassistin, Sänger und 13 Bläsern,

Den Gästen gefiel’s, den Musikern sowieso. Und Organisatorin Manuela Schuster? Die strahlte schon vor dem Auftritt: „Die Referenten sind nicht nur qualitativ auf höchstem Niveau, sondern gehen auch voll mit den Leuten mit, coachen und begeistern sie. Sensationell, was sie in den fünf Tagen bewegt haben.“ Kein Wunder also, dass das Projekt 2013 ein drittes Mal stattfinden soll.