Sozialombudsmann bietet Hilfe bei finanziellen Notlagen. Hans Widlroither hilft seit neun Jahren ehrenamtlich Bürgern, die in finanzielle Notlagen geraten sind.

Von Michael Schwab. Erstellt am 08. Januar 2020 (10:36)
Bürgermeister Gerald Matzinger und Sozialombudsmann Hans Widlroither ziehen Bilanz über die vergangenen vier Jahre.
Michael Schwab

Ein Todesfall in der Familie, eine schwere Krankheit, ein plötzlicher Verlust des Arbeitsplatzes oder ein Unfall – Ereignisse wie diese können das Leben eines Menschen ins Wanken bringen.

Oft gehen mit solchen Situationen auch finanzielle Notlagen einher, die selbst die Anschaffung der notwendigsten Haushaltsgeräte oder von Heizmaterial schwierig bis unmöglich machen können.

An dieser Stelle springt seit neun Jahren Hans Widlroither als ehrenamtlicher Sozialombudsmann ein, um Bürgern, die in Not geraten sind, unter die Armen zu greifen. Allein in den letzten vier Jahren konnte er von verschiedenen Stellen Unterstützungsbeiträge in Höhe von 39.638 Euro lukrieren.

Widlroither kümmert sich um die nötigen Amts- und Behördenwege und die Kommunikation mit den Förderstellen. „Der Großteil der Betroffenen weiß gar nicht, welche Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und wer Anspruch darauf hat“, sagt Widlroither.

Im Rahmen eines diskreten Gesprächs durchleuchtet er die finanzielle Notlage genau und stellt eine Haushaltsrechnung an. Damit soll einerseits sichergestellt werden, dass nur Personen, die wirklich Unterstützung brauchen, Geld erhalten, und andererseits die positive Abwicklung der Ansuchen erleichtert werden: „Je besser die Notlage begründet ist, desto größer ist die Chance auf eine Zusage“.

Mit breiter Palette an Fällen konfrontiert

In den vergangenen Jahren war er mit einer breiten Palette an Fällen konfrontiert, etwa als in einer Familie mit Kleinkind der Ehemann plötzlich schwer erkrankte und auf unbestimmte Zeit arbeitsunfähig wurde. Neben großen finanziellen Schwierigkeiten für den halb fertigen Hausbau fehlte es vor allem an Brennmaterial zum Heizen.

Für eine geschiedene Mutter mit drei minderjährigen Kindern konnte Widlroither einen Unterstützungsbeitrag im Rahmen der Arbeitnehmerförderung zur Übersiedelung in eine neue Wohnung erwirken – die alte Wohnung war feucht, wodurch die Kinder ständig an Bronchitis litten.

Auch den Ankauf von Heizmaterial für eine lungenkranke Frau, den Ersatz des Küchenherdes als einzige Heizquelle einer Sozialhilfeempfängerin und das Aufbringen einer Kaution für eine Übersiedelung konnte Widl-roither unterstützen.

Wie es nach der Gemeinderatswahl 2020 weitergehen wird, ist noch offen. Eines ist aber klar: „Wenn der neue Bürgermeister wieder einen Sozialombudsmann will, stehe ich bereit“, verspricht Widlroither.