Waldbad für alle offen. Verbotszettel am Gelände irritierten und verärgerten. Rechtslage ist geklärt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 14. April 2021 (04:42)

Frisch aufgestellte Tafeln haben eine Welle der Empörung ausgelöst: „Der Aufenthalt in der Waldbad-Anlage ist derzeit nicht gestattet. Wir bitten um Einhaltung“, stand darauf. Einer, der das Gelände als Spaziergänger täglich überquert, hat dafür kein Verständnis: „Das soll plötzlich nicht mehr möglich sein!“ Der „Schilderwald“, wie er ihn genannt hat, ist mittlerweile weg.

Monika Hirtl beklagt den vielen Müll, den Spaziergänger oder Verweilende hinterlassen.
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Stadtgemeinde und Bezirkshauptmannschaft haben sich die Rechtslage genau angesehen und das Gespräch mit den Bad anlagen-Betreibern gesucht. „Mein Grundproblem war die Verschmutzung“, erklärt Monika Hirtl, warum sie schließlich die Tafeln aufgestellt hat. „Ich habe nichts dagegen, wenn sich die Leute dort aufhalten.“

„Man darf sehr wohl die Wiese betreten, aber es soll der Abstand gewahrt bleiben.“ Ulrich Achleitner über die Gesetzeslage

Das Waldbad umfasst je 7.000 Quadratmeter Wald, Wiese und Wasser. Das Café ist seit dem Herbst geschlossen: „Ich habe momentan kein Einkommen, aber ich räume jeden zweiten Tag die Mistkübel aus.“ Es sei positiv, dass die Menschen diese nutzen, aber der Müll lande nicht immer dort. Und: „Die Leute verrichten die Notdurft in der Umkleidenische – zum wiederholten Mal.“ Die Toiletten sind geschlossen, wenn kein Badebetrieb herrscht.

„Ich hätte geglaubt, dass die Bevölkerung dankbar ist, wenn sie durch das Waldbad gehen kann.“ Hirtl selbst sehe immer wieder Spaziergänger in dieser grünen Lunge. Weniger Verständnis hat sie, wenn sich Gruppen bilden und mehrere Stunden im Bad verbringen. „Ich habe das Gefühl, die Leute verhalten sich anders, wenn niemand im Lokal ist. Sie fühlen sich unbeobachtet“, beschreibt sie. „Und der Nächste muss dann mit Handschuhen und Kübeln ausrücken.“

Konkrete Gesetzeslage mit der BH überprüft

Sie habe allerdings erkennen müssen, dass die Hinweistafeln die Menschen verärgert habe. „Diese Wogen sind auch zu uns gekommen“, erzählt Bürgermeister Ulrich Achleitner.

Ulrich Achleitner über den Ärger: „Diese Wogen sind auch zu uns gekommen.“
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Das Amtshaus habe Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft aufgenommen, um zu klären, was Gültigkeit hat. „Man darf sehr wohl die Wiese betreten, aber es soll der Abstand gewahrt bleiben“, führt er aus. „Wenn sich jemand auf die Wiese setzen will, dann darf er das.“

Selbst ein Volleyballspiel ist möglich, aber mit Abstand. Der Badebetrieb ist allerdings untersagt. Das Amtshaus ließ die ursprünglichen Zettel entfernen, seit voriger Woche klärt ein neues Schild über die Regeln auf. „Das Müllproblem sehe ich jetzt nicht so“, ergänzt Achleitner.

Die Leute benutzen die Tonnen, einiges landet nicht darin, „aber das hast du auf jedem öffentlichen Platz“, führt er aus. „Der Betreiber kann aber nicht sagen: Weil da ein Müllproblem ist, darfst du die Wiese nicht betreten“, betont der Gemeindechef.

Die Fäkalien-Aktion könnte ein „persönlicher Racheakt“ gewesen sein, vermutet der Bürgermeister: Der Betreiber habe durchaus im rauen Ton Menschen von der Wiese verscheucht, ist Achleitner zu Ohren gekommen. Man darf sich aber am Gelände aufhalten: „Und darum geht es mir“, will der Bürgermeister, dass man sich innerhalb des Gesetzes bewegt.

Monika Hirtl hofft indes, dass sie im Mai das Waldbad-Café öffnen kann, – und dass sich die Menschen eine Regel der Badeordnung zu Herzen nehmen: das Areal sauber zu halten.