Streit über Aufschließung in Waidhofen/Thaya. FPÖ-Stadtrat Gottfried Waldhäusl forderte, mit Aufschließung zu warten.

Von Michael Schwab. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:23)

Der erste Bauplatz in der Heli-Dungler-Siedlung ist verkauft: Michael Mejta kauft einen 1.000 m 2 großen Baugrund im neuen Siedlungsgebiet um 39.500 Euro.

Waldhäusl forderte Abwarten, bis es mehr Bauwerber gibt

Zuvor gab es jedoch, was die Vergabe der nötigen Aufschließungsarbeiten betrifft, wieder einmal Zoff im Gemeinderat. Denn FPÖ-Stadtrat Gottfried Waldhäusl forderte, mit der Aufschließung zu warten, bis es Bauwerber für 50 oder 60 Prozent der verfügbaren 16 Bauplätze gäbe. Andernfalls drohe das Siedlungsgebiet zu einem Millionengrab zu werden: „Wir werden es nicht schaffen, die Gründe anzubringen, dabei hätten wir mit der Heimatsleitn eine Alternative, wo fast alles fertig geplant ist, und wofür wir das Geld, das jetzt in die Heli-Dungler-Siedlung gesteckt wird, brauchen würden.“ Waldhäusl wolle wissen, wie viele Interessenten es derzeit gäbe – Bürgermeisterin Eunike Grahofer (ÖVP) bezifferte dies mit einem fixen Interessenten und einem weiteren, der noch überlege.

Litschauer: „Sehe Desaster nicht"

Für Waldhäusl zu wenig. Er warf Vizebürgermeister Martin Litschauer (IG) vor, mit seiner Fraktion die Heimatsleitn still stehen zu lassen und dafür ein Desaster mit der Heli-Dungler-Siedlung zu riskieren: „Wirst du dafür die Verantwortung übernehmen?“ Litschauer konterte: „Ich sehe das Desaster nicht. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt unserer beiden Fraktionen IG und ÖVP“, ließ er den Vorwurf, hier eine reine IG-Agenda durchzuboxen, nicht auf sich sitzen.

Pfabigan forderte bessere Bewerbung

SPÖ-Gemeinderat Franz Pfabigan merkte an, dass in einer Ausschusssitzung ursprünglich von 65 Bewerbern die Rede gewesen sei: „Warum es jetzt so wenige sind, weiß ich nicht.“ Von Waldhäusls Forderung, bis zu einer Quote von 50 Prozent zu warten, hielt Pfabigan nichts: „Dann sind die ersten schon wieder weg.“ Der SPÖ-Gemeinderat wies jedoch darauf hin, dass er eine entsprechende Bewerbung der Bauplätze auf der Gemeindehomepage vermisse. „Wenn ich einen Ladenhüter in der hintersten Stellage liegen habe, dann werde ich ein Problem haben. Daher bitte ich, eine ordentliche Bewerbung durchzuführen!“, forderte Pfabigan.

Litschauer gab ihm in diesem Punkt recht und versicherte, dass an einer Bewerbung gearbeitet werde. Mit der Vergabe der Aufschließungsarbeiten sei für diesen Schritt jetzt auch die Grundlage gegeben.

Nachdem alles gesagt war, ließ Bürgermeisterin Grahofer abstimmen. Waldhäusls Gegenantrag, mit der Vergabe zu warten, fand keine Mehrheit, nur die FPÖ war dafür. Bei der Vergabe der Erd- und Baumeisterarbeiten an die Firma Leyrer+Graf um 237.336 Euro gab die FPÖ Gegenstimmen ab, die Vergabe wurde dennoch mit den Stimmen von ÖVP, IG und SPÖ beschlossen.