Viele Fälle ohne Symptome im Bezirk Waidhofen/Thaya. Bezirk Waidhofen ist Hotspot im Land,bisher unentdeckte Dunkelziffer dürfte dabei eine Rolle spielen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 02. März 2021 (14:46)
Symbolbild
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Über 300 liegt derzeit die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz im Bezirk Waidhofen – das ist derzeit der zweithöchste Wert in Niederösterreich.

Die Ursachenforschung ist schwierig. „Die Zahlen sind in den vergangenen eineinhalb Wochen vor allem durch asymptomatische Fälle angewachsen, die bei den Teststraßen entdeckt werden. „Alleine am Samstag hatten wir sieben positive Schnelltests“, berichtet Bezirkshauptmann Günter Stöger. Diese Fälle seien früher unentdeckt geblieben, bis irgendjemand in der Infektionskette schließlich Symptome zeigte und per PCR-Test positiv getestet wurde. Dementsprechend dürfte es eine nicht unerhebliche Dunkelziffer gegeben haben.

In 14 von 15 Gemeinden gäbe es derzeit aktive Infektionsfälle, vor allem im Familienbereich. Eine Person steckt sich an und gibt das Virus im Haushalt weiter. „Das sind die häufigsten Fälle, gefolgt von nahen Bekannten, die sich ebenfalls anstecken“, sagt Stöger. Größere Cluster gäbe es derzeit nicht, auch an den Schulen sei die Lage kein Grund zur Besorgnis.

Kein Kapazitätsproblem bei Nachverfolgung. „Die Kontaktnachverfolgung funktioniert, in 95 Prozent der Fälle können wir die Infektionsketten nachvollziehen. Wir können das mit unserem zusätzlichen Personal für das Contact-Tracing abwickeln, wenn die Fälle weiter zunehmen, müssen notfalls die regulären Mitarbeiter mithelfen“, sieht Stöger auch beim Contact-Tracing keine Kapazitätsprobleme. Lobenswert sei auch die Initiative der Gemeinden, die ebenfalls mithelfen, mögliche Kontaktpersonen zu warnen und ihnen zu einem Test raten – auf diese Weise konnten etwa wie berichtet Infektionen in der Volksschule Groß Siegharts frühzeitig entdeckt werden.

Mit Stand Dienstagvormittag galten 120 Personen als erkrankt (Vorwoche: 81), 259 sind in Quarantäne (Vorwoche: 228). Die Zuwächse pro Tag haben sich auf 10 bis 20 Fälle eingependelt. „Wir sind da momentan stabil, aber auf hohem Niveau“, sagt Stöger. Er rät Personen, die ein positives Schnelltestergebnis erhalten haben, sofort von sich aus Kontaktpersonen zu informieren, schon bevor die Bestätigung des Ergebnisses durch den PCR-Test da ist: „Die Kontaktpersonen sollten sich dann sofort in einer Teststraße testen lassen, so spart man wertvolle Zeit“, rät der Bezirkshauptmann.