Groß Siegharts: Arzt greifbar nah. Praxis wird nun nicht für zwei Ordinationen gebaut, sondern für eine.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. April 2020 (06:03)
Sind froh über das gute Einvernehmen mit der Ärztin (v.l.): Vizebürgermeister Michael Litschauer, Gemeinderat Helmut Köck, Bürgermeister Ulrich Achleitner.
Stadtgemeinde Siegharts

Die Ordination von Peter Josef Werle ist seit Juli 2016 nicht besetzt: Die Nachfolge-Suche dauerte mehrere Jahre, aber jetzt ist man dem einen gehörigen Schritt näher gerückt. Bürgermeister Ulrich Achleitner berichtet, dass eine Ärztin nicht nur Interesse bekundet hat, sondern auch einen Antrag bei der NÖ Gebietskrankenkasse stellen möchte, um in Siegharts ordinieren zu können.

Angelika Pallisch selbst will jedoch keine Stellungnahmen abgeben, bevor sie nicht die Genehmigung in der Tasche hat, auch wenn dies eine reine Formalangelegenheit sei. Achleitner selbst ist zuversichtlich, dass Pallisch im Sommer ihre Ordination eröffnen wird. Sie arbeitet derzeit in einem Wiener Privatspital. „Die Erleichterung ist groß, denn Punkt eins: Es war ein gewisses Wahlversprechen. Punkt zwei: Wir haben wieder eine Versorgung im Ort. Ein erster Schritt ist getan.“

 „Unsere Aufgabe ist noch nicht beendet. Wir sind auf der Suche nach einem zweiten praktischen Arzt.“ Bürgermeister Ulrich Achleitner denkt weiter

 Die Interessentin hat sich bei Helmut Köck gemeldet, der praktische Arzt hat daraufhin den Kontakt zur Stadtgemeinde geknüpft. „Sie hat sich mehrere Standorte angesehen, und nach dem zweiten Treffen war schon ziemlich alles durch“, schildert Achleitner. Er ist froh, dass gleich nach der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates die Angelobung beim Bezirkshauptmann vollzogen werden konnte. „Die Ärztin hat ein paar Tage vorher angefragt, wir waren wirklich schnell handlungsfähig.“ Und das noch vor der Coronakrise.

Die Gemeinde hat bereits den Beschluss gefällt, eine Ordination im Technologie- und Bildungszentrum (TBZ) zu schaffen. Ursprünglich sei geplant gewesen, auf den geschätzten 130 Quadratmetern zwei Praxen zu schaffen; doch nach Rücksprache mit der neuen Ärztin wird sie dort allein praktizieren. Kosten? „Alles in allem 100.000 Euro“, so Achleitner. „Budgetiert ist es auch.“

Bei aller Freude darf eines nicht vergessen werden: „Unsere Aufgabe ist noch nicht beendet“, betont der Bürgermeister. „Wir sind auf der Suche nach einem zweiten praktischen Arzt.“ Diese Stelle ist nach wie vor ausgeschrieben. Wo die zweite Ordination sein soll, weiß er noch nicht. „Ich muss gestehen, da denke ich wirtschaftlich.“ Man müsse zuerst einen Standort finden und Wünsche eines Interessenten berücksichtigen, wobei sich schon die Frage stelle: „Was ist finanziell möglich?“ Ihm sei aber klar: „Wir müssen einfach attraktiv sein, damit ein Arzt überhaupt kommt. Das ist in jedem Bereich so.“ Interessenten gebe es derzeit nicht.