Vom Religionslehrer zum Clown und Schauspieler. In bester Gesellschaft waren die Besucher des „9er Hauses“ letzten Samstag beim Kabarettabend mit Robert Blöchl. „Gute Gesellschaft“ ist das erste Solo-Programm von Blöchl, der seine Karriere als Religionslehrer gegen eine Ausbildung zum Clown und Schauspieler tauschte. Mit Erfolg, wie sich zeigt.

Von Daniela Schuh. Erstellt am 20. Oktober 2019 (20:09)
Daniela Schuh
Robert Blöchl war mit seinem ersten Soloprogramm „Gute Gesellschaft“ zu Gast im „9er Haus“ in Weikertschlag.

Es blieb kein Auge trocken, als Blöchl von seinen frühen Kindheitserinnerungen und seinem prägenden Triumvirat, bestehend aus Großvater, Grundig und Mutter, erzählte. Grundig, seinerzeit ein 82 cm dicker Röhrenfernseher und gleichzeitig Babysitter, „hat mich erzogen, obwohl er nicht erziehungsberechtigt war.“ Besonders viele Lacher brachten ihm die Geschichten über eben diesen ein. „Das Testbild vom Grundig ist wie das Parlament: Extrem viele Farben, aber es tut sich gar nix.“

Analysiert wurde außerdem, warum Familienstrukturen der Mafia gleichen und warum es Teenager in der Pubertät besonders schwer haben. „Pubertät ist in etwa so als würdest du Windows 10 auf einem Commodore 64 installieren wollen.“ Heiteres berichtete er auch über seine erste Gang, in die er aufgenommen wurde: die Ministranten. Oder warum die Blockflöte immer noch als bestes Folterinstrument im Unterricht gilt. Dabei brachte er Anekdoten aus seiner Zeit als Religionslehrer ein: „Caritas statt Adidas. Und ‚Waldviertler‘-Schuhe, die Springerstiefel der Gotteslobfraktion.“

Blöchl gestand, dass sein Großvater schuld am Zweiten Weltkrieg war, als er einem Maler am Wiener Westbahnhof nahelegte, sich ein anderes Standbein zu suchen. „Danach hatte er so ein schlechtes Gewissen, dass er jedem rechten Nachwuchspolitiker Wasserfarben geschenkt hat. Nur der kleine Kickl hat ein Pferdemalbuch bekommen.“ Blöchl klärte seine Zuseher über seine Lieblingsphrase in Russisch auf: „да-нет-наве́рно“ - und warum mit diesen drei Worten alles beantwortet werden kann. Nebenbei ließ er sich über seinen ersten Job als Briefträger bei der Post aus und regte mit einem Lied aus fragwürdigen Politikerzitaten zum Nachdenken an. Gegen Ende gab Blöchl seinem Publikum noch einen Rat mit auf den Nachhauseweg: Wenn Gott anruft, immer zuerst das Roaming ausschalten.