Kräuterpfarrer-Zentrum: Radgäste statt Reisebusse. Heilkräuterverein verliert nach wie vor Mitglieder, doch Interesse in jüngeren Bevölkerungsschichten steigt.

Von Michael Schwab. Erstellt am 03. Juli 2020 (02:51)
Der neue Vorstand des Vereins Freunde der Heilkräuter, der am 27. Juni in Geras gewählt wurde: von links: Rainer Miksche (Obmann-Stellvertreter), Waltraud Jäger, Gudrun Kalchhauser, Christian Wiesinger, Benedikt Felsinger (Obmann), Sonja Stefal (Schriftführer-Stellvertreterin), Melitta Blaim (Kassierin).
Verein Freunde der Heilkräuter/Martin Kalchhauser

Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger bleibt Obmann des Vereins „Freunde der Heilkräuter“: Er wurde bei der Generalversammlung in Geras in seiner Funktion bestätig – ebenso Obmann-Stellvertreter Rainer Miksche und das restliche Vorstandsteam.

17 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die Corona-Krise ist auch für den Heilkräuterverein eine Herausforderung: Die 17 Mitarbeiter des Kräuterpfarrer-Zentrums sind in Kurzarbeit, der Gastronomiebetrieb wurde mangels Kostendeckung bis auf Weiteres eingestellt, weshalb eine Kündigung ausgesprochen werden musste. Positiv hat sich andererseits der neue Online-Shop ausgewirkt, mit einem satten Umsatzplus von 70 Prozent.

Kräuterpfarrer sieht Trendwende: Jüngere zeigen Interesse am Verein

Dadurch konnten die Ausfälle durch die coronabedingte Schließung des Kräuterpfarrer-Zentrums abgefangen werden. Auch die Bemühungen, neue Mitglieder zu finden, zeigen allmählich Wirkung. „Wir können zwar die Rückgänge noch nicht aufwiegen, aber wir merken, dass das Interesse an Heilkräutern zunehmend auch in jüngeren Jahren aufkommt, vor allem in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren“, fasst Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger
zusammen.

Aktuell zählt der Verein 13.254 Mitglieder, Tendenz nach wie vor fallend. Vor allem die Überalterung ist ein Problem, dem man durch die Werbung jüngerer Mitglieder entgegenwirken will, wobei sich hier laut Felsinger erste Erfolge eingestellt haben.

Bustouristen fehlen, dafür kommen mehr Radfahrer

Ein Thema bei der Generalversammlung waren auch die teils schlechte Zahlungsmoral der Mitglieder trotz des vergleichsweise niedrigen Jahresbeitrags von 22 Euro. Es sei aber kein Corona-Problem, sondern bestehe schon länger, sagt Felsinger.

Im Kräuterpfarrerzentrum spürt man den Rückgang der Besucherzahlen. Bustouristen bleiben aus, dafür kommen jetzt vermehrt Radfahrer nach Karlstein. „Das ist ein ganz neuer, positiver Trend durch die Thayarunde“, freut sich Felsinger.

Seminare gibt es aufgrund der Corona-Bestimmungen keine, sie wären bei dem vorhandenen Platzangebot nicht sinnvoll durchführbar. Dafür können die Kräuterwanderungen an den jeweils ersten Samstagen im Monat im Juli, August und September wie geplant stattfinden.

Bei der Generalversammlung wurde auch die Heilpflanze des Jahres für ganz Österreich gekürt: Es handelt sich um die Schafgarbe (Achillea mille folium).