Karlstein an der Thaya

Erstellt am 19. Januar 2019, 04:24

von Karin Widhalm

Wahl: Mehrheit stimmte für Kitzler. Gemeinderat bestimmte 38-Jährigen zum Vizebürgermeister, der Bürger zur Mitarbeit motivieren will.

Nach der Wahl (v.l.): Gemeinderat Manfred Damberger, Bürgermeister Siegfried Walch und der frischgebackene Vizebürgermeister Matthias Kitzler.  |  Karin Widhalm

Die Mehrheit der Gemeinderäte stimmten am Donnerstagabend der Vorwoche für Matthias Kitzler, der damit neuer ÖVP-Vizebürgermeister in der Marktgemeinde ist. Vorgänger Manfred Damberger legte seine Funktion mit Jahresende zurück (die NÖN berichtete).

Kitzler ist seit 2015 im Gemeindevorstand und seit Juni 2018 ÖVP-Gemeindeparteiobmann. Der HTL-Absolvent ist Einkaufsleiter beim Kfz-Industrie-Zulieferer Pollmann. Die ÖVP schlug ihn als Nachfolger für Damberger vor. Harald Böhm (SPÖ) und Friedrich Rammer-Jirec (FPÖ) zählten nach geheimer Wahl die Stimmzettel aus: 16 Mandatare votierten für Kitzler, zwei Stimmen waren ungültig. Der Vizebürgermeister dankte für das Vertrauen und fühlte sich geehrt. Er sehe die große Zustimmung als eindeutigen Auftrag, sich für das Wohl der Bürger und der Gemeinde einzusetzen. Dazu bedürfe es eines schlagkräftigen Teams: „Ich bin nun ein Teil davon.“ Er hoffe, auf Dambergers Expertise zurückgreifen zu können.

Damberger gibt drei Gründe für seinen Rückzug an: den Willen zur Veränderung nach zehn Jahren, kommende berufliche Herausforderungen für ihn und mit seinem Rückzug neuen Schwung in die kommunale Politik zu bringen.

Jeder Bürger sollte die Gemeindearbeit kennen

Damberger bleibt dem Gemeindevorstand erhalten. Er nutzte bei der Gemeinderatssitzung, die im Feuerwehrhaus stattfand, die Gelegenheit für einen Appell: Jeder Bürger sollte sich „auf die andere Seite“ begeben und im Gemeinderat mitarbeiten, um Strukturen und Entscheidungsprozesse kennenzulernen. „Ich durfte das erfahren und ich möchte keine Stunde missen.“

Bürgermeister Siegfried Walch (ÖVP), seit elf Monaten im Amt, schätze Damberger, weil er viele Ideen eingebracht habe. Ideen, bei denen man sich zwar anfangs gefragt habe: „Was fange ich damit an?“, lächelte Walch, „Aber das war ein guter Reifungsprozess: Wir waren gefordert!“, betonte er.

Die Besetzung in den Ausschüssen wird beibehalten. Kitzler will sich vorläufig auf die Finalisierung der Projekte wie die Volksschule oder die Kanalsanierung in der Augasse konzentrieren. Sein großes Ziel sei aber, die Bürger zu motivieren, das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten.