Austropop Wolfgang Ambros lebte wieder auf. Wolfgang Ambros ließ im Stadtpark mit rauem Charme den guten alten Austropop wieder aufleben.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 20. Juli 2021 (11:50)
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Musik-Legende Wolfgang Ambros ließ im Waidhofner Stadtpark die goldenen Zeiten des Austropops wieder aufleben.
Gerald Muthsam, Gerald Muthsam

Wenn man von einer österreichischen Legende sprechen kann, dann ist das sicher Wolfgang Ambros. Der Liedermacher und Rock- bzw. Popsänger zählt zu den bedeutendsten österreichischen Musikern der Gegenwart und gilt als einer der Begründer des Austropops. Am Samstag konnte man ihn im Zuge der Veranstaltungsserie „Kabarett & Musik im Stadtpark“ von Andy Marek, in Kooperation mit der 850-Jahr-Feier der Stadt Waidhofen, live erleben.

Rauer Charme und sympathischer Schmäh. Auch wenn der bald 70-jährige Ambros die Bühne inzwischen mit Stöcken betritt und das Konzert im Sitzen abhält, ist er stimmlich nach wie vor völlig präsent. Mit rauem Charme singt er sich noch immer in die Herzen der Zuschauer. Sein bewegtes Leben macht ihn absolut authentisch und man spürt die Wahrhaftigkeit seiner Texte.

Seine besondere Persönlichkeit findet auch bei einem jüngeren Publikum Anklang und man war überrascht, dass dieses auch bei unbekannteren Nummern erstaunlich textsicher war. Überrascht war man auch, dass Wolfgang Ambros nicht nur mit seinen Liedern unterhielt, sondern auch mit sympathischem Schmäh. Auf die Frage, wer außer seinem Keyboarder noch heute Geburtstag hätte, meldete sich eine Dame aus dem Publikum. Als diese noch zufällig Bettina hieß, stimmte er spontan sein gleichnamiges Lied an, nachdem sie auf die Bühne geholt wurde.

Die musikalische Karriere von Wolfgang Ambros begann 1971 im Alter von 19 Jahren mit der Veröffentlichung des von Joesi Prokopetz geschriebenen Songs „Da Hofa“. Natürlich durfte auch dieses Lied nicht beim Konzert fehlen. Neben seinen bekannten Liedern spielte er auch eine Reihe weniger bekannte Songs. Die großen Klassiker zum Mitsingen hob er sich für die Zugabe auf, um mit der letzten Nummer „Schifoan“ in einer Sommernacht im Stadtpark kollektive Winterurlaubsstimmung zu erzeugen.

Obwohl die goldene Zeit des Austropops der ersten Garde schon vorbei ist, war das Konzert mehr als eine nostalgische Erinnerung daran. An dem Abend lebte sie gemeinsam mit dem Publikum wieder auf.