Landwirtschafts-Einbruch: Versicherung nicht so einfach. Angesichts der Einbruchsserie in landwirtschaftliche Objekte im Bezirks Waidhofen, zuletzt in der Halle von Benjamin Lamprecht in Niederedlitz mit einem Schaden von 50.000 Euro, fragen sich immer mehr Leute, wie sie sich dagegen versichern können.

Von Michael Schwab. Erstellt am 16. November 2019 (18:10)
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So einfach wie mit einer Hausratsversicherung für Privathaushalte ist dies allerdings nicht: Die Prämien sind stark abhängig vom Risiko, und nicht jedes Objekt ist überhaupt versicherbar.

Im Fall von Benjamin Lamprecht, der sich in Facebook-Kommentaren als Reaktion auf den NÖN-Bericht die Frage, warum er sich nicht versichert hatte, gefallen lassen musste,  hätte die Versicherung aufgrund der Lage der Halle, den vorhandenen und möglichen Sicherheitsvorkehrungen und seiner Branche einen vierstellige Jahresprämie gekostet.

Prämie ist risikoabhängig, nicht jedes Objekt ist versicherbar

„Das Problem war hier auch, dass ein Teil des Werkzeuges in einem Baucontainer untergebracht worden war. Aufgrund des Einbruchsrisikos in solche Container verlangen Versicherungen kräftige Ausschläge", erläutert Werner Schandl von der NÖ Versicherung. Die Prämien seinen stark abhängig von der jeweiligen Lage, der Branche, ob sich um eine Landwirtschaft oder einen Gewerbebetrieb handle, dem Sicherheitsstandard der Gebäude und der Versicherungssumme. „Das ist immer eine sehr individuelle Geschichte", stellt Schandl klar. Dazu kämen noch diverse Obliegenheiten, die der Versicherungsnehmer einhalten müsse. Mitunter seien auch andere Türen oder Schlösser notwendig, um überhaupt eine Versicherung abschließen zu können. 

Unversperrter Stadel: Versicherung steigt aus

 „Ein Stadel, der hintaus steht und nicht versperrt ist, erfüllt die Versicherungsbedingungen nicht. Genauso ist es, wenn Maschinen im Freien abgestellt sind“, warnt auch Andreas Hanisch von der Allianz. An Schlösser werden gewisse Mindestanforderungen gestellt. Wer seinen Stadel mit einem Schloss schützt, das zu leicht zu knacken ist, läuft Gefahr, im Schadensfall leer auszugehen.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit solcher Versicherung entwickle sich erst jetzt allmählich. „Ich denke, viele Leute hatten die Bedrohung durch Einbrecher im landwirtschaftlichen Bereich noch nicht auf dem Schirm", sagt  Hanisch von der Allianz. Dazu komme noch die Problematik, dass nicht jedes Objekt auch versicherbar sei.

Er rät, sich vor Vertragsabschluss mit der Versicherung die Objekte anzusehen, ob vorhandene Schlösser ausreichend sind oder zusätzliche Maßnahmen nötig sind. Auch bei bestehenden Versicherung sei ein solcher „Check“ sinnvoll, damit es kein böses Erwachen gibt, weil die Versicherung „aussteigt“.