Lehrling in Tschechien: Mit Tatra-Lkw zur Baustelle. Als einziger Zimmererlehrling in einer Gruppe von acht Lehrlingen schnupperte Dominik Renner vier Wochen lang Baustellenluft in Tschechien.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. November 2019 (11:33)

Der Groß Sieghartser lernt gerade bei der Waidhofner Baufirma Reissmüller das Zimmererhandwerk und qualifizierte sich aufgrund seiner Berufsschulleistungen für das „Let‘s Walz!“- Auslandspraktikumsprogramm der Wirtschaftkammer NÖ.

„Eigentlich wollte ich am liebsten nach Irland, aber daraus wurde nichts. Dafür landete ich in Prag bei der Holzbaufirma ‚Dřevostavby Biskup, s.r.o.‘, einem Betrieb mit etwa 35 Mitarbeitern“, erzählt Dominik Renner. In der ersten Woche absolvierte er einen Tschechischkurs, zuvor hatte er in St. Pölten einen Crashkurs erhalten.

Gerüste erforderten manchmal Mut

Von seinen Kollegen wurde Renner gleich akzeptiert – Sprachbarrieren hin oder her. „Woran man sich gewöhnen muss ist, dass in Tschechien schon anders als bei uns gearbeitet wird. Die Arbeitsstunden sind günstig, daher kommt es vor, dass neun Zimmerer gleichzeitig auf einer Baustelle sind. Es gibt auch keinen Stress“, meint Renner.

Die Schutzausrüstung sei vergleichbar gewesen, die Gerüste erforderten hingegen bisweilen Mut: „Es gab durchaus morsche Bretter, dafür waren sie breit, da man am Gerüst auch mehr Material lagerte und Platz brauchte, um an den Leuten vorbeizukommen.“

Echte tschechische Lokale abseits der Touristenpfade

Besonders in Erinnerung blieb dem Zimmererlehrling die Anfahrt zu einer entlegenen Baustelle mit einem Tatra-Lkw: „Mit einem anderen Fahrzeug wären wir da nicht hingekommen.“ Er war vorwiegend auf Einfamilienhaus-Baustellen im Einsatz, darunter auch ein moderner, nobler Bau. In der Freizeit war Renner viel in Prag unterwegs, wo er Sehenswürdigkeiten und echte tschechische Lokale erkundete: „Wichtig ist, sich abseits der Touristenpfade zu bewegen“, merkt er an.