Kautzens Bürgermeister: „Wichtig ist Zusammenarbeit“. Bürgermeister Manfred Wühl hält Zusammenarbeit trotz gespaltener Meinung bei Pandemiebekämpfung für wichtig.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 23. Januar 2021 (04:19)
Bürgermeister Manfred Wühl.
Bürgermeister Manfred Wühl.

Die Gemeindearbeit so gut wie möglich über die Bühne zu bringen, war das Anliegen von Bürgermeister Manfred Wühl im Vorjahr. „Wobei natürlich die Kommunikation rein über die virtuellen Medien schon schwierig war“, erklärt Wühl.

„Gerade kurz nach der Gemeinderatswahl, als wir viele neue Gemeinderäte hatten, hat der persönliche Austausch sehr gefehlt. Das war sicher ein Manko, das sich hoffentlich bald wieder verbessert. Ich bin vorher auch nicht der virtuelle Mensch gewesen, sondern bin lieber wo hingegangen und habe ein Thema persönlich besprochen.“ Eine gewisse Vorsicht würde in Zukunft sicher bleiben. Das sei zwar schade, aber man müsse in der nächsten Zeit damit leben. „Die Herausforderungen steigen natürlich auch in der Gemeinde“, schildert Wühl. „Vor allem finanziell, wenn Investitionen genau überlegt werden müssen. Wir Kleingemeinden waren jedoch schon immer gefordert, gut hauszuhalten, da wir mit Einnahmen nicht so gesegnet sind. Zum Glück haben die Betriebe bei uns die Krise bis jetzt gut überstanden.“

Herausforderungen so gut wie möglich bewältigen. Besonders zu bedauerns seien die Gastronomiebetriebe. Die ganze Ballsaison falle jetzt auch noch aus, da könne man nur hoffen, dass alle gut durchkämen. „Wir werden 2021 natürlich versuchen, alle Herausforderungen, soweit es der finanzielle Rahmen erlaubt, so gut wie möglich zu bewältigen“, meint Wühl. „Mir persönlich wäre wichtig, dass die allgemeine Zusammenarbeit trotz gespaltener Meinung zu Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung so bleibt.

Gemeinde als Vorbild. Ein Zusammenhalt mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen wäre wichtig.“ Man wolle als Gemeinde auch als Vorbild wirken. Er dankt auch der Schulleiterin und den Lehrern, die ihre Aufgaben bisher sehr gut gemanagt haben. „Ich wünsche mir natürlich, dass das normale Leben zurückkehrt, und dass man sich wieder bei Festen und Veranstaltungen der Vereine und Feuerwehren treffen kann“, sagt der Bürgermeister. „Für diese Institutionen war es schwer ohne Zusammenkünfte, auch wenn man digital vernetzt ist. In der Zeit hat man jedoch gemerkt, wie wichtig die Glasfaserleitungen sind. Man hat nicht geahnt, dass diese so schnell so große Bedeutung bekommen.“ Die digitalen Medien müsse man jedoch mit Vorsicht betrachten. „Es werden auch Dinge gepostet, die meiner Meinung nach nichts im Netz verloren haben. Es wird einfach Kritik ins Netz gestellt, ohne sich einer Diskussion stellen zu müssen“, zeigt sich Wühl besorgt.

Landleben hat Vorteile. Der Bürgermeister hebt auch die Vorteile des Landlebens in dieser Zeit hervor: „Hier ist es sicher um einiges leichter, die Lockdowns durchzustehen. Wir haben Gärten und mehr Raum, um Abstand zu halten. Die Lebensqualität ist hier höher, wobei natürlich jedem das soziale Leben fehlt.“ Für seinen Reitstall wünscht er sich, dass er bald wieder hochgefahren werden kann. Die Reithalle ist eine Indoor-Anlage, deshalb sind keine Reitstunden möglich.

„Ich hoffe, dass die Infektionszahlen sinken werden und die Impfung die Wende zur Normalität bringt. Wir müssen mit der Situation jetzt umgehen und in die Zukunft blicken, das haben auch vorige Generationen getan. Es kommen immer wieder neue Herausforderungen, denen man sich stellen muss.“