NÖ Saatbaugenossenschaft: Klimafitte Kartoffeln

Saatbaugenossenschaft in Meires züchtet Kartoffelsorten, die Hitze, Trockenheit und großen Wassermengen widerstehen.

Erstellt am 27. Oktober 2021 | 15:59
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Bei der Sortenpräsentation 2021: Prokurist Michael Buxbaum, Geschäftsführer Manfred Herynek, Daniel Probst (Europlant Deutschland), Felix Fuchs, Jan Dekker (Agrico Holland), Susanne Kirchmaier und NÖS-Obmann Erich Kaltenböck.
Foto: NÖ Saatbaugenossenschaft

Drei lange Jahre ist es her, dass die Niederösterreichische Saatbaugenossenschaft (NÖS) zuletzt die traditionelle Erdäpfel-Sortenpräsentation abhielt. Bei dieser wird das ganze Spektrum an Kartoffelsorten zur Schau gestellt, welches die NÖS vertreibt. Höchste Zeit also, nach der coronabedingten Absage im Vorjahr, diese nachzuholen.

„Überall hat sich in dieser Zeit etwas verändert“, erzählte Obmann Erich Kaltenböck bei der Begrüßung in der NÖS-Zentrale in Meires. Sowohl beim wertvollen Saatgut, als auch bei den ebenso wertvollen Mitarbeitern. So präsentierte zum ersten Mal Susanne Kirchmaier als neue Saatzuchtleiterin die Ergebnisse der jüngsten Bemühungen und stellte die Neuzüchtungen vor, die zukünftig den Kartoffelmarkt bereichern sollen.

„Die NÖS ist auf der Suche nach der perfekten und vor allem klimafitten Kartoffel“, betonte Kirchmaier. Die Effekte des Klimawandels seien die Hauptfaktoren, die in der Erdäpfelzüchtung aktuell den Ton angeben. Durch Befragung zahlreicher Landwirte machte man sich ein Bild, welche Probleme gerade den Anbau plagen.

Weitere Daten wurden anhand von Stresstests erhoben. Kartoffelpflanzen setzte man Einflüssen wie Hitze, Trockenheit oder übermäßige viel Wasser aus. Am schädlichsten für die Pflanze stellte sich dabei das Wasser heraus, das in großen Mengen die größten Probleme verursachte, mehr noch als Trockenheit.

Bei der Sortenpräsentation kamen schließlich die Früchte dieser Erfahrungen zum Tragen. Extrem klimafitte Erdäpfel-Sorten seien so die „Valdivia“, aufgrund ihres relativ großen Wurzelsystems. Aufgrund hoher Speisequalität würde sich diese Sorte sehr für Salate eignen. Als herausragende Kartoffel zur Stärkeproduktion gelte die Sorte „Sixtus“.

Das Interesse an der Sortenpräsentation zog nicht nur österreichische Branchenvertreter und Vertriebspartner wie AGES, Landwirtschaftskammer oder die RWA an. Auch jede Menge internationale Gäste von Europlant Deutschland oder Agrico Holland waren zugegen. „Es freut mich besonders nach diesen drei Jahren, wieder so viele Gäste begrüßen zu dürfen“, meint NÖS-Obmann Kaltenböck.

Daniel Probst von Europlant Deutschland und Jan Dekker von Agrico Holland, mit denen die NÖS auch auf züchterischer Ebne zusammenarbeitet, gaben einen kurzen Überblick über den Internationalen Saatkartoffel- und Speisekartoffelmarkt. Glückwünsche wurden zudem dem langjährigen Saatzuchtleiter Felix Fuchs entgegengebracht, der im März 2021 seinen Ruhestand antrat.