Lesegeräte werden in Zukunft fehlen. “Für heutige Daten werden die Lese- und Anzeigegeräte in Zukunft fehlen“, meint Franz Fischer. „Alte Dokumente kann man wahrscheinlich noch immer ansehen.“

Von Michael Schwab. Erstellt am 02. Oktober 2019 (04:00)
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Franz Fischer, Elisabeth Fuchs und Irmgard Karlik mit einem Zunftbuch.

400 Jahre altes Papier und jahrzehntealte Glas dias: Ersteres ist, sofern man der alten Schrift kundig ist, nach wie vor problemlos lesbar, die Glasdias im Archiv des Waidhofner Stadtmuseums kann man sich jedoch bestenfalls gegen das Licht ansehen.

Beim Rundgang durch das Museumsarchiv anlässlich des Museumsstammtisches am Mittwoch machte Franz Fischer die Teilnehmer unter anderem auch auf die Herausforderungen der Archivierung „moderner“ Medien aufmerksam. „Ein 400 Jahre altes Dokument können wir uns in 400 Jahren wahrscheinlich immer noch ansehen, aber für die Daten, die heute verarbeitet werden, werden die Lese- und Anzeigegeräte fehlen“, meinte Fischer und machte die Probe aufs Exempel: Während er unter anderem aus einem alten Zunftbuch einige interessante Begebenheiten vorlesen konnte, musste er bei der Frage nach den Schachteln mit den Dias darauf hinweisen, dass es keinen Projektor dafür gibt. Unter den Besuchern wurde diskutiert, wo man einen Glasdia-Projektor auftreiben könne, jedoch ohne Erfolg. „Vielleicht bringt ja ein Aufruf in der Zeitung etwas“, hieß es – was hiermit erfolgt ist.

Auf der Tour durch das Archiv erfuhr man allerlei Wissenswertes, etwa, dass Lehrlinge früher eine „Christenlehre“ absolvieren mussten, ehe sie „freigesprochen“ werden konnten. Sie mussten dazu ein Zeugnis vom Pfarrer vorlegen – ein Zeichen dafür, welche Rolle die Religion vor Jahrhunderten im alltäglichen Leben der Menschen spielte. Oder dass es Pläne aller Keller unter den Innenstadt-Häuser sowie Mappen über bedeutende Persönlichkeiten und Institutionen der Stadt gibt. Und für die Zukunft wird ebenfalls Material gesammelt: Nicht nur Lokalzeitungen fürs Archiv, sondern auch Plakate: „In 20 Jahren wird es interessant sein, was heute plakatiert wird“, ist Fischer überzeugt.