Noch kein Arzt in Sicht in Groß-Siegharts. Bürgermeister Matzinger sieht fehlende Hausapotheke als einen der Hauptgründe für mangelndes Interesse. Er pocht nun auch auf die Landarzt-Garantie des Nögus.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. August 2019 (04:15)
M. Schwab
„Im Technologie- und Bildungszentrum wären die Räume für eine Arztpraxis wie geschaffen“, betont Bürgermeister Gerald Matzinger.

Noch kein Arzt in Sicht – diese unerfreuliche Meldung muss der Groß Sieghartser Bürgermeister Gerald Matzinger im Gespräch mit der NÖN über den aktuellen Stand der Arztnachfolger-Suche für zwei Kassenstellen machen.

Ein Dutzend verschiedene Ärzte waren bereits bei ihm zu einen Gespräch, doch herausgekommen ist bisher nichts. „Ich sehe zwei Probleme. Das eine ist, jemanden zu finden, der in einer Zeit, in der immer häufiger geklagt wird, bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Das andere ist die fehlende Hausapotheke. Wenn wir die anbieten könnten, hätten wir vielleicht schon Ärzte gefunden“, stellt Matzinger fest.

 „Wenn wir eine Hausapotheke anbieten könnten, hätten wir vielleicht schon einen Arzt gefunden.“ Gerald Matzinger, Bürgermeister Groß Siegharts

 Man könne es einem Arzt nicht verübeln, wenn er sich für eine Praxis mit Hausapotheke entscheide, wenn er die Auswahl habe. „Deswegen aber die Praxis in irgendeine Ortschaft zu verlegen, um weiter als sechs Kilometer von der Sieghartser Apotheke entfernt zu sein, kann auch keine Lösung sein. Ein Arzt gehört in die Stadt, und ich will auch der Apotheke als wichtigem Betrieb in unserer Gemeinde nicht schaden“, erteilt der Bürgermeister einer theoretisch möglichen Lösung die Absage.

Er weist erneut auf das Angebot der Stadtgemeinde hin, zwei große Räume im Technologie- und Bildungszentrum sowie die zugehörigen Nebenräume zu Arztpraxen adaptieren zu lassen und den Ärzten einen dreijährigen Mieterlass zu gewähren.

„Der Arzt sagt mir, wie der Raum gestaltet werden soll, dann geht das in kürzester Zeit. Die Mietverträge mit der Firma Test-Fuchs und der Kleinkinderbetreuung sind entsprechend abgefasst, dass sie einem Arzt Platz machen müssen. Der Zugang zu beiden Räumen ist barrierefrei, im Foyer ließe ich ein Empfangs- und Wartebereich einrichten. Alles wie geschaffen für eine Arztpraxis“, betont Matzinger. Selbst eine Wohnmöglichkeit für den Arzt kann sich Matzinger in der Anfangsphase vorstellen.

Die beiden in Frage kommenden Räume sind 93 bzw. 74 m groß, dazu kommen der 63 m große Vorraum und 41 m für Garderobe und Teeküche.

"Landarztgarantie beantragt"

Matzinger sieht jetzt die Krankenkasse und das Land NÖ in der Pflicht, da die Arztsuche durch die Gemeinde selbst bisher nicht gefruchtet habe. Am 24. Juli beantragte er die „Landarztgarantie“ – das bedeutet, dass notfalls ein Arzt aus dem Spital stundenweise nach Groß Siegharts kommen muss, um dort als Hausarzt zu arbeiten. „Seit meinem Antrag habe ich aber nichts mehr gehört, wie weit die Bemühungen, über die Landarztgarantie einen Arzt zu finden, bisher gediehen sind“, ärgert sich Matzinger. Vom Nögus (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds) sei nicht einmal eine Bestätigung gekommen.

„Es finden zur Zeit und in den nächsten Tagen Abstimmungsgespräche mit potenziellen ärztlichen Kandidaten über die nächsten Schritte statt. Auch wenn die Zuständigkeit über die Besetzung der Kassenstellen unverändert bei der Sozialversicherung liegt, sind wir gemeinsam bemüht, die Versorgung im niedergelassenen Bereich aufrecht zu erhalten“, heißt es seitens des Regionalmanagements der Landeskliniken-Holding.

Umfrage beendet

  • Was tun, um in Groß Siegharts einen Arzt zu finden?