Evebar-Pächter gibt Jugendschutz-Gesetz Schuld. Pächter nennt Jugendschutzgesetz als Ursache. Hausbesitzer kündigt den Weiterbestand der Disko an.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 25. April 2019 (05:35)
Karin Widhalm
Der Zugang zur Evebar wird am 3. August wieder belebt sein –an diesem Samstag ist die Wiedereröffnung der Diskothek geplant.

Die veröffentlichte Meldung des Kreditschutzverbands, dass die Evebar zählungsunfähig ist, machte schnell die Runde – und Günther Hofmann sah in der Vorwoche großen Schaden auf sich zukommen. Er ist Besitzer des Gebäudes, das er vor zwei Jahren an Martin Zimierski und Josef Böhmer verpachtet hat. Und: Er betont, dass die im ganzen Waldviertel bekannte Diskothek weitergeführt wird.

Die Wiedereröffnung ist am 3. August. Hofmann erzählt, dass er das mit einem Partner schaffen will. Wer das ist, behält er vorerst für sich. Er selbst hat reiche Erfahrung in der Gastronomie, immerhin war er lange selbst der Betreiber der Fortgeh-Institution. „Das ganze Waldviertel ist durch die Evebar gegangen“, schildert Hofmann. Nach 30 Jahren übergab er die Zügel an Zimierksi und Böhmer, die die „eve Gastronomie GmbH“ erst im März in „MJZB Gastronomie“ umbenannt hatten. Die Pächter mussten in der Vorwoche Insolvenz anmelden.

Zimierski nennt auf Nachfrage das Jugendschutzgesetz als Ursache. Gebrannten Alkohol dürfen nach neuen Bestimmungen erst 18-Jährige konsumieren. „Da haben wir getränketechnisch viel verloren“, erläutert er. Die „Eventstage“ in Krems und die Rathaus-Bar in Korneuburg seien von der Insolvenz nicht betroffen. Zu mehr Auskünften war er nicht bereit.

 Hofmann: „Dafür gibt’s sehr viele Gründe“

 Erhebliche Umsatzeinbußen werden auch im Insolvenzantrag als Grund angeführt. 15 Gläubiger sind demnach betroffen. Die Verbindlichkeiten werden mit 70.000 Euro beziffert.

Die neben Tanzlokal bestehende Pizzeria ist in Hofmann-Familienhand geblieben und geht jetzt in Sommerpause, bevor die zwei Lokale gemeinsam durchstarten. „Ich werde die Evebar wie früher führen, auch mit denselben Preisen wie früher“, erzählt Hofmann. Das zuletzt gestiegene Preisniveau ist ihm für das Waldviertel zu hoch: „Die Jugend hat nicht das Geld, um Gin oder Wodka für 80 Euro zu kaufen.“

War das der Grund für die Insolvenz? „Dafür gibt’s sehr viele Gründe, wie sehr man sich engagiert, zum Beispiel“, erläutert Hofmann. „Beide waren in zehn Monaten vielleicht fünfmal im Waldviertel, das kann nicht funktionieren. Man muss reagieren, wenn ein Problem entsteht, und darf nicht immer alles delegieren. Es läuft nicht von alleine.“