Busbetrieb hat Nachfolge geregelt . Die Bustouristik Laister (Bezirk Zwettl) legt Geschäft in die Hände von Wilhelm Meller und Martina Rieder („waldviertelreisen“) im Bezirk Waidhofen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 27. November 2019 (03:12)
Pensionierungsfeier auch mit den künftigen Chefs (v.l.): Claudia und Rudi Steiner, Manfred, Timo, Anna und Toni Laister, Willi und Christoph Meller, Martina Rieder und Isabella Laister.
Adelheid Kamin

Anton Laister ist nur mehr bis 31. Dezember Chef seines Busunternehmens und Reisebüros in Groß Gerungs (Bezirk Zwettl), dann tritt er in den Ruhestand. Das bedeutet nicht das Ende seines Betriebs, der mit 1. Jänner an „waldviertelreisen“ mit Sitz in Oberndorf bei Weikertschlag übergeht. Die ersten Gespräche dazu führte er schon im Vorjahr.

Zusammenarbeit hat ihn mit Geschäftsführer Wilhelm Meller zusammengeführt. „Ein Stockbus von ‚waldviertelreisen‘ ist in Groß Gerungs gestrandet“, schildert Laister. Meller habe bei ihm Hilfe gesucht. „Bei dieser Gelegenheit habe ich ihm den Betrieb gezeigt.“ Nicht nur das: Er hat ihm diesen angeboten.

Das „Ja“ fiel nach Gesprächen und eingehender Überlegung. Immerhin liegt „waldviertelreisen“ ganz im Norden an der tschechischen Grenze, wie Meller im NÖN-Gespräch anmerkt. „Das ist nun ein Schritt näher ins Zentrum des Waldviertels“, bleibt der Standort in Groß Gerungs erhalten. „Die Auslastung ist bei uns schon ein Thema: Wir bewegen uns dann in einem größeren Markt.“ Fuhrpark, Mitarbeiterstab und Reiseangebote werden wachsen.

Die Entscheidung kam an die Öffentlichkeit, weil Laister erst alle Kollegen, Stammkunden und Weggefährten zur Pensionierungsfeier in den Gasthof Kastner, Griesbach (Bezirk Zwettl), eingeladen hatte. Alle erlebten dank Diashow den Werdegang seiner Firma. Mit dabei: die Nachfolger.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass die neuen Betreiber das in meinem Sinne weiterführen“, erzählt Laister. Ihm sei wichtig, dass das, was er und seine Frau aufgebaut hatten, in guten Händen liegt und „dass das Kind weiterwächst“.

Meller: „Für uns waren auch die Werte wichtig“

Nicht nur die Aussicht auf einen größeren Markt haben „waldviertelreisen“ zur Übernahme bewogen. „Für uns waren auch die Werte, die dahinterstehen, wichtig. Toni Laister hat eine sehr hohe Stammkundenbindung, die auf Vertrauen basiert“, betont Meller. Das sei bei „waldviertelreisen“ nicht anders. Wie viel Geld geflossen ist, verrät der Geschäftsführer nicht.

Sein Fuhrpark erweitert sich von 14 auf 23 Fahrzeuge: Fünf Laister-Busse gehen über, vier weitere werden mit neueren Modelle ersetzt. Zudem werden alle 15 Mitarbeiter im Team mit 30 Personen aufgenommen. „Außer, es will jemand nicht“, geht Meller aber derzeit nicht davon aus. Manche arbeiten schon jetzt bei ihm, weil nach der jüngsten Ausschreibung Laister weniger, dafür „waldviertelreisen“ mehr Linien zu betreuen habe. Der scheidende Firmenchef wird im Ruhestand übrigens eines mehr tun: reisen – und zwar nicht als Chauffeur. Laister wird nicht mehr vor einer Stadt auf den Anruf von Fahrgästen warten müssen, die ihn um Abholung bitten.